Fleetwood Mac melden sich mit der Veröffentlichung der Remaster-Edition von Tusk zurück. Das Album wurde erstmals 1979 auf dem Markt gebracht und niemand geringeres als Stevie Nicks war damals für den Lead-Gesang zuständig. Ich hatte nun die Möglichkeit, mich dieser neuen Version des Albums zu widmen.
Artwork: Das Digipack besteht aus bedruckter matter Pappe. Auf dem Cover sieht man einen Schnappschuss eines Hundes und auf der Rückseite befindet sich die detaillierte Tracklist der 3 CDs. Im umfangreichen Booklet gibt es nicht nur die Songtexte, sondern auch Hintergrundinfos zu den Songs und einige Fotos der Band aus der damaligen Zeit.
Tonqualität: Besonders die Remaster Version der ersten CD kommt knackig und sauber rüber. Auch die beiden Bonus CDs klingen zum Großteil sehr gut. Nur ab und an ist mal eine nicht aufpolierte Demo Version eines Songs im Bonusmaterial, aber die soll dann wohl sicherlich auch so klingen wie sie es tut.
Musik: Insgesamt bekommt man fast 3 Mal das gleiche Album geboten, daher konzentriere ich mich bei der Rezension auf das eigentliche Tusk Album (CD 1). „Over & Over“ ist eine ruhige Ballade, die schon beinahe schnulzig klingt – ganz netter Poprock aus der damaligen Zeit. Danach folgt „Ledge“ welches für mich wie ein verrückter Hippierocksong klingt. Irgendwie ist es schwer zu beschreiben, denn es ist frech, schräg und beinahe schon punkig. „Think About Me“ besticht eher durch seine schnarrende Gitarre und rangiert auch zwischen Alltagspop und doch frechem Rock. An dieser Stelle springe ich gleich mal weiter zu Titel 5 „Sara“. Hier dominiert die raue und leicht kratzige Stimme der Frontfrau Stevie Nicks. Das ist mein absoluter Lieblingssong des Albums. Der Rhythmus klingt wie durch das sanfte Schlagzeug und die Gitarrenriffs ein Roadtrip. Der Gesang steigert sich nach und nach im Laufe des Liedes ohne jemals aggressiv zu klingen. Schwer zu beschreiben, warum dieses Lied so besonders ist, für mich ist es einfach der Inbegriff des Fleetwood Mac Sounds. Nach einigen eher normalen Poprocksongs folgt Lied Nr. 9 „Not That Funny“. Es besticht durch einen trampelnden Rhythmus und schrägem abgehacktem Gesang. Auch hier muss man sich entscheiden, ob man die Band genial oder einfach nur schrecklich findet. Ein weiterer Anspieltipp ist Nummer 11 – „Angel“. Dieser Song beginnt mit einem ausgefeilten Gitarrenspiel und knackigen Schlagzeugrhythmus. Dann folgt wieder die leichte abgedrehte und nasale Stimme von Stevie Nicks. Immer wieder bricht aus dem Hintergrund eine schnarrende Gitarre hervor, wie sie auch Mike Oldfield einst verwendete. „I know I‘m Wrong“ ist wieder so ein schräger Hippiesong, den man entweder lieben muss oder hassen sollte – ich hab mich da auch noch nicht entschieden. Hier gibt es einen humpelnden Rhythmus und dazu noch mehrstimmigen Gesang. Klingt irgendwie sehr schräg, und dann auch noch total verrückt, wenn erst mal die Mundharmonika zu hören ist. Natürlich wäre die Rezension nicht komplett, wenn ich nicht etwas zum Titelsong des Albums „Tusk“ (Nr. 19) schreiben würde. Wichtigstes Element ist der komplexe Rhythmus, der durch das gesamte Lied führt. Dazu kommen immer wieder mehrstimmiger Gesang, der sich nach und nach steigert und eine Gitarre, die auch immer mehr in der Vordergrund drängt. Die Trompeten machen das Stück dann in seiner Eigenart komplett.
CD 2: Hier gibt es Singles, Outtakes und Sessions. Man sollte sich schon die Zeit nehmen, diese CD einmal komplett zu hören. Man muss aber für sich selbst entscheiden, ob man 6 Versionen von „I Know I’m Wrong“ und 5 verschiedene Versionen von „Tusk“ braucht. Mir persönlich war es etwas zu viel des Guten, die richtigen Fans wird die Auswahl sicherlich freuen.
CD 3: Hier gibt es eine Alternative Version des Albums, die aus verschiedenen Abmischungen besteht. Mir persönlich gefällt die Urversion des Albums am besten, doch es macht einfach Spaß, die Unterschiede zu hören. Vorausgesetzt man hat die Ruhe und Zeit.
Fazit: Tusk von Fleetwood Mac ist zum großen Teil ein Poprockalbum, das absolut Massentauglich ist. Wären da nicht Songs wie unter anderem „Not That Funny“ und „Tusk“, die für mich zwischen schräg und genial rangieren. Genau das macht den Zauber der Band aus und daher lohnt es sich auch, das komplette Album zu hören. Die Bonus CDs sind eine nette Zugabe, wobei sich viel Material doppelt und eher etwas für Feinschmecker ist, die die verschiedenen Versionen der Songs erkunden wollen.













