Am Montag, dem 21.07.2008, spielten die “Catacomb Kittens” einen Gig im Frankfurter Club The Cave. Die Herren sind für ihre extravaganten Shows bekannt und auch dieses Mal sollten die Fans nicht enttäuscht werden. Kurz und knapp: Theatralik meets Trash, ein Leckerbissen der ganz besonderen Klasse!
Ein früher und warmer Abend in Frankfurt am Main. Naja, früh nicht mehr so ganz. Als wir kurz vor Neun am Cave ankamen – angekündigt war der Gig für 21:00 Uhr – erfuhren wir, dass die Band nochmal ins Hotel gegangen sei. Es ist zwar nichts ungewöhnliches, dass Konzerte etwas verspätet anfangen, doch mittlerweile ist es nach Zehn. Endlich kommen drei Gestalten in den Club und werden von Cave DJ Evangel zielstrebig in den Backstage Bereich geführt. Das Publikum, eine Menge von etwa 50 bis 60 Menschen wird unruhig und beginnt sich um die Bühne zu schaaren. Doch zu früh gefreut, es dauert noch eine ganze Weile. Bis die drei “Catacomb Kittens” auf die Bühne gehen, ist es etwa halb Elf.
Ja genau, Drei. Einen Schlagzeuger haben sie nicht mitgebracht. Um diesen zu ersetzen, schließt Yellow ein Notebook an und macht sich an diesem zu schaffen. Doch wer schonmal im Frankfurter Cave war, weiß dass der Platz auf der Bühne sehr begrenzt ist und es demnach vielleicht ganz gut ist, dass dort kein Schlagzeug steht. Während aus dem Notebook erste Klänge dringen, wird in Form eines kleinen Intros der Soundcheck absolviert.
Und endlich geht es los. Die Menge steht dicht, ein leichte Brise Patchouli liegt in der Luft und die Melodie von “En Hiver” erklingt. Das Outfit der Herren ist wie immer unvergleichbar, jeder scheint eine gegensätzliche Persönlichkeit zu verkörpern, was sie verbindet ist lediglich die kollektive Bizarrheit. Zampano kombiniert einen roten Arbeiteroverall mit schrulligen, schwarzen Lederpumps. Lafitte hingegen erinnert etwas an eine Tim Burton Version von Rasputin. Yellow zu guter Letzt trägt etwas zur Schau, das man vielleicht mit einem leicht verschobenen Rotkäppchen Look bezeichnen könnte. Drei Songs vergehen, der letzte davon rein instrumental. Hier spielt auch Sänger Zampano Gitarre, nur dass er diese wie ein Cello hält. “We wrote that about ten years ago. And by the way, thanks for coming to our little secret show.”, sagt er mit einem Grinsen.
Weiter gehts. Die Bühnenshow lässt sich wohl am besten mit dem Wort “intensiv” beschreiben. Die Drei machen ihrem Namen alle Ehre und schmiegen sich permanent an die gewölbten, katakombenartigen Wände des Clubs. Zampanos theatralische Mimik und Gestik ist mal wieder Exzentrik pur, begleitet von seiner Stimme, auf die jede Operndiva neidisch wäre.
Als aus dem Notebook der Rhytmus von “The Red And Silver Fantastique” erklingt, beginnen Lafitte und Yellow sich wie Marionetten zu bewegen und füttern sich mit ihren Weingläsern. Zampano gibt dazu diverse Vogelstimmenimitation zum Besten. “And now the Suzuki Omnichord”, seltsame Geräusche klingen aus seinem Mund. Yellow zeigt uns, wie das eigentlich zu klingen hat, schnappt sich sein Omnichord und setzt sich damit auf den Bartresen, während Zampano von Vögeln und Elektrogeräten wieder zum Gesang übergeht. Irgendwann zieht er seine Pumps aus und tänzelt wie eine Balerina über die Bühne.
Es scheinen kleine Umstimmigkeiten über den nächsten Song zu bestehen, weshalb die Band sich kurzerhand zu einem Schere-Stein-Papier Turnier zusammenfindet. Wunderbar, Unstimmigkeiten beseitig, wenn das nur immer so einfach wäre… Neben weniger bekannten Stücken, darf natürlich auch ein Klassiker wie “Greensward Grey” nicht fehlen. Zampano tanzt euphorisch mit dem Mikrofonständer und erschlägt beinahe Lafitte damit, woraufhin dieser sich eingeschüchtert in den hinteren Bereich der Bühne zurückzieht. Wo ihn auch schon Yellow erwartet und ihm liebevoll in die Schulter beißt.
Kann es nach einem solch skurrilem Exzess noch besser werden? Scheinbar nichtmehr viel, denn die Band kündigt das letzte Lied an. Doch dies sei noch etwas ganz besonderes. Und damit wird nicht zu viel versprochen. In einem kleinen Dialog mit dem Publikum leitet Zampano den Song “Mediterranean Widow” ein. Passend zu den instabilen Klängen schwanken sie über die Bühne. Yellow lässt sich auf eine Box fallen und kippt mitsamt dieser um, Zampano schmeißt das Mikrofon weg und Lafitte verteilt Kusshände. “Thanks. Goodnight.”. Das war es also.
Moment, und was ist mit Zugabe? “If you want Zugabe, you need to tell us what we´re gonna play!”. Der Song “Catacomb Kittens” wird gewünscht und gespielt. Wie konnte er auch nur bis jetzt in Vergessenheit geraten! Gegen Ende des Songs gibt sich Zampano wie von Schüssen getroffen und sinkt auf die Knie. Er zieht seine Schuhe aus, setzt den Absatz des Einen auf der Brust an und hämmert mit dem Anderen darauf ein. Die Augen verdrehend geht er zu Boden und bleibt regungslos liegen. Das schummrige Scheinwerferlicht spiegelt sich in seinen rot lackierten Fußnägeln. Das letzte was man hört ist eine laute Rückkopplung.
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