Seit den Achtzigern bestehend, tüfteln Michel Frasse, Marion Altwegg, Patrick Seyer und Thomas B. an musikalischen Neuheiten.
Die Mischung aus Industrial, EBM, „Elektrometal“ und einer Priese 80er Wave machts! Erkennbar an der insgesamt positiven Rezeptionsgeschichte.

Zehn Jahre nach ihrem Debut und längst über den Atari Computer hinaus gewachsen, werfen uns die Metallspürhunde „Böse Wetter“ im März 2009 zum Fressen vor.

Ganz elektronisch, wuchtig und energiegeladen überzeugen sie als unaufhörliche Geschichtenerzähler, Tanzveranstalter, märchenhafte Balladeninszenierer und leichte Rockröhren anhand des wohlgemischten Albums. Gut abgerundet schindet es Eindruck in seiner Artenvielfalt, trotz Treue gegenüber der eigenen Hundemarke, und kann viele Geschmacksrichtungen abdecken.

Geheimnisvoll dunkel aber kraftvoll tanzbar beginnt die Platte mit dem gleichnamigen Track „Böse Wetter“ und durchlebt eine Wanderung über die schillernde Cyberdisco „Heuchler“ mit der zuckersüßen Stimme von Marion, provokante Redewendungen formulierend, zum komprimierten Rocksound, na „Herzlichen Dank“.
Zur Verschnaufpause werden wir auf slowmo-Art „Auf dem Grund des Sees“ in eine unbekannte Welt eingetaucht, um dann von neuem bei „Mach es wieder gut“ in leichtläufigem Beat aufzufahren, das zeitweise textlich ins anspruchslose „pam param pam“ abdriftet.
„Die letzte große Fahrt“ glückt erst beim zweiten Anlauf, da der „Punk-Omega-Mix“ die Langatmigkeit kaschiert und den Abgang authentisch und grandios macht, so wie es augenscheinlich angedacht ist.

Insgesamt ist dieses Album etwas textlastig und entgeht immerzu gerade noch der Gefahr von Banalität – musikalisch und textlich. Die „Poesie der Kämpfer“ in „hartem Deutsch“ (laut Homepage) beschränkt sich teilweise auf parolenartige Ausrufe der Refrains, was man erst lieben lernen muss, oder auch nicht. Darüber hinwegsehend ist die Platte angenehm fürs Ohr und lässt keine Langeweile aufkommen. Ein gutes Leckerli.

Autor: Anastassija

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