„Es ist heutzutage nicht einfach, etwas Außergewöhnliches zu finden.“ Dies sind die ersten Worte der beiliegenden Bandinfo. Das weckt natürlich einige Erwartungen.

Außergewöhnlich im Moonchild-Sound sind vor allem die platten, teilweise vulgären Texte, die man in dieser Form selten hört. Laut eigener Aussage sei das„ das ultimative i-Tüpfelchen des Moonchild-Sounds“. Aha. Meiner Meinung nach wäre manchmal weniger echt mehr, denn ich denke, dass die Musik von Moonchild besser mit englischen oder ansprechenden deutschen Texten funktionieren würde. Das beweist die Band bei den englischsprachigen Tracks „World of wonders“ und „Honey“. Egal, ich lenke meinen Fokus also mal mehr auf die Musik. Einige der Songs haben gute Refrains und sind eingängig („Was weißt du denn schon?“). Die Musik der Band ist geprägt durch einen schweren Gitarrensound, der größtenteils im Vordergrund steht und der nöligen Stimme von Sängerin Susan D’Iavollo. Die Italienerin weiß durchaus zu gefallen, aber die Texte lassen ihr leider wenig Spielraum. Dass Moonchild auch ruhigere Töne anschlagen können, zeigen sie bei „Die Sterne“ oder „Schrei nach dir“ Letzterer kommt sogar ganz ohne die sonst omnipräsenten Gitarren aus. Im Gegesatz zu „Gefühlsdiebe“, ein Song mit schweren Gitarren am Ende des Albums.

Moonchild wollen es mit eigener PR schaffen. Ganz im Stile von Oswald Henke und seines Projektes Fetisch:Mensch wird „Nichts ist für immer“ nur als Download und nicht im Plattenladen erhältlich sein. Ein Oswald Henke kann das sicherlich machen, aber ob es für Moonchild reicht, um bekannter zu werden, bleibt abzuwarten.

Fazit: Musikalisch gesehen gibt es an dieser Scheibe nichts auszusetzen. Auch die Produktion durch Gitarrist Uwe Holler und Rüdiger Fleck ist ordentlich und professionell. Moonchild haben schöne Melodien, tolle Ideen, aber leider deutsche Texte, die so gar nicht passen und eine Sängerin, deren Stimme sehr prägnant und dominierend ist. Als Karaoke-Version wäre mir dieses Album lieber gewesen.

Autor: Katrin

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