Bereits nach den ersten Klängen ist dem aufmerksamen Zuhörer klar, wo Reflexion ihre Heimat haben: Finnland. Zu stark sind die musikalischen Ähnlichkeiten zu Bands wie Negative, zu stark klingt Sänger Juha Kylmänen stellenweise („Embrace of wrath“, „Dead without you“) nach Ville Valo.

Dennoch liefern Reflexion mit „Dead for the past, blind for tomorrow“ ein solides Rockalbum ab. Aufgenommen wurde die CD in Oulu, Lahti und Helsinki. Das Artwork gestaltete Vesa Ranta (ex-Sentenced). Sänger Juha Kylmänen komponierte mit Masse das erste Album. Beim Nachfolger haben auch die übrigen Bandmitglieder Songs bzw. Songideen beigesteuert.

„Dead to the past, blind for tomorrow“ ist nach dem 2006er Debüt “Out of the dark” der zweite Longplayer der fünf Finnen aus Oulu. Textlich bieten Reflexion sowohl düstere Themen („Embrace of wrath“, „Dancing in the air“) als auch pure Lovesongs („Dead without you“). Bassist Mikko: “Ich denke, es ist mehr wie ein offenes Tagebuch als lediglich eine Therapie in punkto Beziehungen. Die Songs enthalten Themen aus dem täglichen Leben, natürlich gewürzt mit einer Prise schwarzem Humor und Selbstironie. Der Album-Titel „Dead to the past, blind for tomorrow“ beschreibt generell unsere aktuelle Situation als Band sehr gut. Es gibt viele Veränderungen und die Zukunft ist offen.“

Reflexion schaffen es, wie z.B. in „Twilight child“, verzerrte Gitarren mit Keyboards zu mischen und eine ruhige und dennoch melancholische Stimmung zu erzeugen. Finnischer-Herz-Schmerz vom Feinsten. „Just one world (Goodbye)“ dient als schöner, würdiger Abschluss eines schmalzigen Albums. Wer finnische Bands mag, wird auch an Reflexion gefallen finden. Ansonsten spricht diese Band aufgrund ihrer bittersüßen Härte und Wehmut sicherlich ein breiteres Publikum an, das sich irgendwo zwischen Gothic, Metal, Pop und Alternative bewegen dürfte.

Autor: Katrin

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