Drei Jahre sind seit dem letzten Album “Carmina Mystica” von Des
Teufels Lockvögel nun schon verstrichen. Laut eigener Aussage der Band,
weil sie mit dem Lesen von Eingeweiden und ähnlicher Recherche
beschäftigt waren. Und nun ist sie da, die Schwarze Kunst. Und
wie auch das Titelbild bereits erahnen lässt: Bei dieser Kunst handelt
es sich um nichts geringeres als die Alchemie.
Auch wenn jedes Lied einem anderen alchemistischen Prozess zugeordnet
ist, muss man keine Angst vor unverständlichem Hokus Pokus in fremden
Zungen haben. Es finden sich Texte über Liebe und Schicksal. Denn wie
die Lockvögel – weitgehend auf Deutsch, doch auch auf Latein und
Englisch – erklären, sind gerade auch solche Themen Teil jener
geheimnisvollen Wissenschaft. So handelt beispielsweise das Lied mit dem
Auffälligen Titel “!” von einem Spielmann, der wegen seiner Texte
Probleme mit dem bayrischen Klerus bekommt. Ob da wohl jemand aus
Erfahrung spricht..?
All dies stelle man sich nun in den altbekannt lauten und
kompromisslosen Stimmen Marcus van Langens und Juliane la Feys vor. Wer
nach Säuseln und Flüstern sucht, ist bei den Lockvögeln nunmal fehl am
Platz! Teilweise vielleicht etwas schade, so würde gerade zu dem
gewählten Thema ein geheimnisvolles flüstern bestimmt eine gute Wirkung tun.
Die zwischen den Liedern angesiedelten Sprüche kennen erfahrene
Lockvogel Fans ja bereits von “Carmina Mystica”. Neu
hinzukommenden Hörern könnten sie hingegen vielleicht etwas
gewöhnungsbedürftig vorkommen, da neben den bloßen Stimmen keinerlei
lautliche Untermalung vorhanden ist. Dadurch wirken die Lieder manchmal
etwas auseinander gerissen. Doch immerhin läuft man so auch nicht
Gefahr, in eine Art akustische Endlosschleife zu geraten und weder
Anfang noch Ende der Stücke zu bemerken.
Musikalisch ist das Album in der Tat eine gekonnte Kombination einer
Vielzahl von Instrumenten, sehr abgerundet und ausgereift. Besonders das
Stück “Schwarze Kunst” entpuppt sich als ein atmosphärischer
Leckerbissen, denn hier werden mystische Harfenklänge mit Windrauschen
untermalt. Dazu ein Rhythmus, der zwar einerseits die sanften Klänge
wunderbar unterstützt, gleichzeitig jedoch auch sehr treibend ist. Eine
Eigenschaft, die übrigens alle Songs gemeinsam haben. Und gerade
deswegen sind viele der Stücke auch durchaus tanzbar, ein klares Plus
für anstehende Auftritte.
Doch nicht nur der musikalischen Seite sollte Beachtung geschenkt
werden, denn das Artwork des Albums kann sich wirklich sehen lassen. Der
„Schwarzen Kunst“ liegt ein vollfarbiges Booklet bei, welches
einen sofort erkennen lässt: An Liebe zum Detail wurde hier nicht
gespart. Die düster gehaltenen Hintergründe sind auf jeder Seite
individuell gestaltet. Die Motive leuchten dem Betrachter in sanften,
beinahe psychedelischen Farben entgegen. Darin eingelassen finden sich
die vollen Texte aller Lieder, einige weitere Bilder und noch die
üblichen Schandtaten, welche in Booklets gewöhnlicherweise so drin stehen.
Im Vergleich zum Vorgängeralbum ist “Schwarze Kunst” eindeutig
düsterer und geheimnisvoller motiviert. Stilistisch gesehen vielleicht
nicht jedermanns Sache, trotzdem ein Album, in welches sich sicher viele
Fans des Mittelalter-Genres hineinhören können.












