Eigentlich hätten Turmion Kätilöt ja am liebsten schon letztes Jahr neues Material veröffentlicht, aber die Band hatte sich immer heftiger mit dem Label zerstritten, so dass man zuletzt überhaupt nicht mehr zusammenarbeiten wollte. Nachdem die Sache nun langsam vor Gericht zieht, wurde die Single doch noch von der Band als Download ins Internet gestellt.
Vielleicht war ja auch gerade der Streit Grund dafür, dass wir uns nun völlig kostenlos an den beiden neuen Songs erfreuen dürfen. Entsprechend steht auf der CD-Hülle auch nicht mehr Spinefarm sondern Warner/Chappel und Samusiikki Neben den beiden Titeln „Minä Määrään!“ (etwa „Ich gebiete“) und „Shuttle To Venus“ sind noch die jeweiligen Songtexte auf finnisch respektive auf englisch mit im Paket, sowie eine PDF Datei des Covers zum Selberausdrucken für die Maxi-CD. Wer Zeit und Speicherplatz sparen will kann sich auch einfach nur die Songs einzeln laden und auf das Drumherum verzichten. Der Link zur Single findet sich in unseren News oder direkt hier.
Zwei Songs sind nicht viel, aber die beiden Stücke haben es in sich. Im Allgemeinen fällt auf, dass sich der Stil ein wenig gewandelt hat. Die Elektronik klingt jetzt anders, zeitweise in etwa wie in den japanischen Technosongs aus den DDR-Spielen („Minä Määrään“), und die Gitarren sind wieder mehr in den Vordergrund gerückt worden, so dass sich die Mucke nicht mehr so arg nach Technometal anhört wie es noch auf „Pirun Nyrkki“ häufig der Fall war. „Shuttle to Venus“, das übrigens ein Cover eines finnischen Pophits der 80er Jahre ist („Sukkula Veenukseen“ von Kikka), hat dabei deutlich den Löwenanteil der Elektronik abbekommen und ist wohl eher als eine B-Seite anzusehen als ein weiteres Stück vom kommenden Album „USCH!“. Es ist dabei das zugänglichere Stück von beiden, das neben einer stärker ausgeprägten Melodik aber auch nicht an heftigen Riffs und massig Drumgekloppe spart. Es ist ein flottes Lied, das sich schnell ins Ohr spielt, während man sich in „Minä Määrään“ selbst ein wenig länger einhören muss.
Dieses bildet mit seinem brutalen Intro ein krasses Gegenstück zum ruhigen Anfang von „Shuttle to Venus“. Aber auch dieser Song ist nach kurzer Zeit eingängig und bietet als besonderes Schmankerl ein kleines Gitarrensolo von Sakari Hietala, dem Gitarristen von Tarot, das den Song sehr nett ergänzt.
Der Download ist im Allgemeinen zu empfehlen wenn man keine Angst vor harten Tönen hat. Turmion Kätilöt stellen einmal mehr unter Beweis, dass sie es wie derzeit keine zweite Band verstehen Elektronik mit herrlich brutalem Metal zu verbinden. Wenn das neue Album das Level dieser beiden Songs hält steht uns jedenfalls mit allergrößter Wahrscheinlichkeit ein ordentlicher Sommerhit ins Haus.
„Minä Määrään“ ist eine flotte kleine Single, die Lust auf mehr macht. Man darf schon jetzt gespannt sein was sich MC Raaka Pee und Dj Vastapallo noch alles für ihr Drittlingswerk haben einfallen lassen.












