Voodoo Velcro ist eine Band aus den USA, die gerade erst frisch aus der Taufe gehoben wurde. Stilistisch orientieren sie sich dabei an Bands wie PIG, KMFDM oder Slick Idiot. In anderen Worten: Technotypische Synthelemente, verbunden mit knackigen Gitarrenriffs.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Techno, aber zu sagen die Musik wäre gänzlich elektronisch ist auch falsch. Gerade die Gitarren geben den meisten Songs auf Black Magic Techno noch einen entscheidenden rhythmischen Drall und werten die Songs definitiv auf.

Allerdings klingen die Songs dennoch nicht nach harten Rocknummern. Hier steht die Elektronik einfach zu deutlich im Vordergrund. Ganz typisch für den Sound sind Synthsequenzen, die sich immer wieder auf gewisse Frequenzen einschrauben und eintrudeln, so dass ein regelrecht spiralischer Sound entsteht wie man ihn eben aus dem Techno teilweise kennt. Allerdings ohne dabei in monotones und dumpfes Beatgeklopfe überzugehen. Im Gegenteil:
Die Musik bleibt stets angenehm und gut hörbar, bleibt auch nach längerer Zeit noch angenehm im Ohr.

Wechseln sich musikalisch Gitarren und Synthesizer ab, so stehen stimmlich ein Sänger und eine Sängerin im steten Wechsel, beide in unterschiedlichen Verzerrungsgraden. Mit etwas Fantasie kann man einigen Songs dabei durchaus eine gewisse Nähe zum alten Sound von KMFDM anhören. Beispielsweise das langsame, stark rhythmisch akzentuierte Stück „Dirty 2“. Textlich ist die Band thematisch zwar mehr oder weniger einheitlich, aber auch nicht weiter anspruchsvoll. Thematisch geht es nicht etwa um den politischen Umsturz oder Systemkritik, sondern meist vielmehr um das übliche Sexgedöhns.

Aber die EP hat auch schnelle Stücke zu bieten, wie etwa das sieben Minuten lange Titelstück „Black Magic Techno“ unter Beweis stellt oder der Opener „Electro Body“, der sehr stark rhythmische Passagen mit einem melodischen Refrain gekonnt abwechselt, während bei „Spellbound“ durchweg die Gitarren schrubben.

Voodoo Velcro liefern ein solides Debüt in sieben Songs ab, alle stilecht geschrieben, aber dennoch mit genügend Abwechslung um auch über längere Zeit zu überzeugen. Man darf gespannt sein wie ein eventuelles Debüt-Album aussehen wird. Eine gute EP mit tanzbarer Techno-elektronik, gekoppelt mit rockigen Rhythmusgitarren.

In die meisten der Songs kann man auch auf der Myspaceseite der Band reinhören.
Als Anspieltips werden empfohlen:
„Electro Body“, „Dirty 2“ und „Necro“.

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