Am 21. Dezember 2012 geht die Welt für immer unter. Nur die Partyschar um Hanzel und Gretyl hat sich nach Chichen Itza für das letzte „Über Death-Fest“ versammelt. Doch nach dem Industrial Metal Inferno voller Deathschlager, Blut und Bier tut sich der Tempel von Quetzalcoatl auf und offenbart ein Raumschiff. Klingt ausgeflippt? Aber das ist doch erst der Anfang der Geschichte… welche Verrücktheiten die New Yorker noch auf ihrem neusten Silberling zu bieten haben, lest ihr hier.

Nachdem sich der Tempel als ein Raumschiff, das extra für Hanzel und Gretyl gebaut wurde, herausgestellt hat, brechen die Fans und die Band auf und spielen eine intergalaktische Eroberungstournee, bis sie schließlich in die Sonne fliegen und in die neunte Dimension fliehen, denn Hanzel und Gretyl sind in Wirklichkeit zeitreisende Weltraumgötter, die auf nichts anderes als die totale zerebrale Domination aus sind.

So sehen sich Vas Kallas und Kaiser von Loopy jedenfalls scheinbar selbst. Ebenso schrill wie das Konzept hinter der Gruppe ist auch die Musik, denn obwohl die beiden absolut begeistert von allem deutschen sind, können sie kaum einen Brocken deutsch sprechen – was sie aber nicht davon abhält trotzdem auf „schleckte Deutsch“ zu singen. Das Ergebnis sind aberwitzige Texte, wie man sie sonst nur von Babelfish-Übersetzungen kennt. Kleiner Vorgeschmack gefällig?
Schon die Titel der Tracks, wie beispielsweise „Deathschlager“ oder „Lederhozen macht Frei“ lassen erahnen, wie abgedreht die Texte sind. Besonders anspruchsvoll oder lang sind sie natürlich nicht – aber durchaus amüsant!
Das eigentliche musikalische Gerüst bildet eine überaus knackige Art Metal, der meist mit recht hoher Geschwindigkeit und flotten Rhythmen überzeugen kann. Die elektronischen Elemente haben im Vergleich zur Vorgängerscheibe zwar wieder zugenommen, sind aber nicht mehr gleichberechtigt mit dem Metal, sondern stehen eher NEBEN dem Metal als Einleitung oder Outro. Davon abgesehen rockt die Scheibe ordentlich. „Ubermensch Uberfrau“ ist noch vergleichsweise elektrolastig und leitet das Album mit Maschinengeratter und einem griffigen Rhythmus gut ein. Das folgende „Fukken Uber Death Party“ ist zusammen mit „Sternkrieg“ eines der absoluten Highlights der CD und hat hohen Wiedererkennungswert. Die Gitarren klingen härter als jemals zuvor und ergänzen sich mit einigen Synthsamples, Explosionen und alten Wochenschautönen zu einem echten Stampfer. Dazu gesellen sich in einigen Songs auch noch Alarmsirenen (z.b. „Loud und Proud“) oder arienhafte Gesangsamples („Lederhozen macht Frei“). „Sternkrieg“ bringt eine satte Elektronik auf die Waage, die mit kraftvoll sägenden Riffs und einer Explosion nach der anderen die Stimmung aufheizt. Allgemein geht das Album sehr stark in Richtung extremer Metal. Sängerin Vas Kallas kotzt sich growlend in das Mikro aus, wie man es sonst nur aus dem Death-Metal-Bereich kennt und stellenweise gibt es neben den satten Riffs auch ein Doublebassdauerfeuer. Etwa im englischsprachigen „Hail to the Darkside“ oder während „Kaizerreich“. Etwas gemächlicher kommen da Stücke wie das charismatische „Bavarian Beerhauz Blood“ oder der „Deathschlager“ daher, die aber trotzdem einen starken Rhythmus haben. Mucksmäuschenstill ist dagegen „Totenhead“ als letztes Stück der Platte, das auch als einziges Stück nicht durch E-Gitarren ergänzt, sondern komplett durch Elektronik dominiert wird. Neben „Uberfukkenmensch Uberfukkenfrau“ gibt es mit dem Pogoschuhplattler „Heil Hizzle mein Nizzle“ noch ein zweites kurzes Intermezzostück.

Alles in Allem haben Hanzel und Gretyl hier eine unbeschwerte Partyplatte abgeliefert, aber auf lange Zeit hört man sich an den Stücken ganz gut satt. Die Songs klingen dann trotz der Variationen mehr oder weniger gleich und spätestens nach dem dritten oder vierten Mal „Schnaps und Bier und Wienerschnitzel – Ein zwei drei Lederhozen macht frei!“ hat man sich dann auch an den recht kurzen Texten sattgehört.
Fists und Feuer, Blood und Bier! 2012 ist eine gute Partyplatte mit knackigen und vor allem recht harten Industrial Metal songs mit dem gewissen Extra an Abgedrehtheit! Auf lange Sicht aber ist die CD doch etwas eintönig. Wer sich durch Metal nicht abschrecken lässt und Spaß am Verrückten hat, sollte sich diese Platte jedenfalls mal anhören.

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