Da soll doch mal einer sagen, die Schweizer könnten keine Musik machen. Mephistosystem, die mit Endless Crawl ab dem 18. Januar 2008 von sich hören lassen werden, zeigen wie man es richtig macht. Mit experimentierfreudigem Industrial zeigen sie, dass sie zwar selbigen nicht erfunden haben, aber sehr gut damit umgehen können.

Selbstzerstörung ist immer ein Punkt, nachdem man ihn erreicht hat, alles andere neu erschaffen kann. Mephistosystem legen in ihrem Erstlingswert genau da den Zirkel an und ziehen damit eine Bahn, die von Nine Inch Nail über Filter nach Sulpher und Pitchshifter reicht. Es rockt, kracht, elektrisiert. Es ist industriell und aggressiv.

Gleich der Opener klingt nach Nine Inch Nails. Die Band wird im Laufe der nächsten knappen Stunde diese Band desöfteren zitieren. Einmal zu oft, wie ich finde, da sich der Vergleich nahezu aufdrängt und Gefahr gelaufen wird, niemals aus den Vergleichsschatten herauszutreten. Egal wie groß das Talent auch ist. Beispielsweise klingt „Impossbile Things“ gerade in den ersten 3/4 beinahe haargenau wie Only von NIN. Oder der Opener „Anywhere And Nowhere“ hat äußerst starke Ähnlichkeiten wie NIN´s The Way Out Is Through – dem Opener von Right des Fragile Albums. Ob dies nun eine Hommage sein soll bleibt den Musikern überlassen.

Eine erste Kehrtwenung in Sachen eigenständige Ideen sehen wir bei „Blank Faced“. Ein eingäniges, gut rockendes Stück Musik, was sofort im Ohr kleben bleibt. „It Seems“ dreht den Ton zum ersten Mal leiser und gibt nach der der Hälfte des Albums einen Schnitt. Genialerweise entwickelt sich „It Seems“ zu einem Industrialgewitter der ersten Klasse. Und das macht Spaß zu hören. So vergisst man auch die Vergleiche zu Nine Inch Nails.

In der zweiten Hälfte verlieren Mephistosystem nichts von ihre intensivität und halten den Hörer immer noch im Bann. Die Luft ist noch lange nicht raus, aber das Tempo deutlich runtergedreht, was mir persönlich sehr gut gefällt, da sich hier auch das komplette Spektrum der Band präsentieren kann.

Alles in allem ein großartiges Debütalbum einer talentierten Band. Anfangs vielleicht etwas zuviel NIN, aber in der zweiten Hälfte des Albums zunehmend selbstständiger. Empfehlenswert, das erinhören lohnt sich auf jeden Fall. MySpace sei Dank!

Autor: Eniz

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