„In Darkness Comes Beauty“ lautet der Titel des ersten Albums der finnischen Band „Dark The Suns“ und verspricht wuchtige Gitarren, gepaart mit schönen Pianomelodien. Das gab es zwar schon, aber das Label Greyfall erklärt, dass das alte Konzept so frisch und schön noch nie geklungen hat und Dark The Suns in einer Liga mit Sentenced und Eternal Tears of Sorrow spiele.
Und wirklich: Als der erste Song „Reflections“ mit eingängigem Klaviergeklimper und wenig später mit flotten E-Gitarrenriffs loslegt, klingt das ganze irgendwie besser als erwartet. Die Finnen scheinen die richtige Mischung zwischen Gothic, Melodic- und Doom-Metal gefunden zu haben, weder zu kitschig noch zu hart, sondern mal das eine und mal das andere. Selten habe ich gehört, dass Piano und, ich als Laie nenne es jetzt einmal „Grunzen“, so gut zusammenpassen. Einziger Wermutstropfen: Man hört sehr deutlich, dass es sich bei diesem Piano um ein Keyboard handelt, der Sound klingt weniger organisch als elektrisch.
Zwar ist die Harmonie etwas sehr schönes, wenn sie durchgehend gewahrt wird, jedoch auch mit der Zeit langweilig. So wird man beim „In Darkness Comes Beauty“ beim Blick auf die Titelanzeige der Stereoanlage verwirrt feststellen, dass man ja schon beim 5. Albumtrack ist. Die Songs hören sich sowohl in ihrer Stimmung, ihrer Tonlage und selbstverständlich in der Instrumentalauswahl verblüffend ähnlich an. Besonders das Klavier scheint über seine Standard-Oktave nicht hinauszukommen und die Melodien wirken mit der Zeit wie immer wiederkehrende Loops. Sogar plötzliche Pause, Solis und Taktfrequenz scheinen beim mehrmaligen Hören plötzlich vorherbestimmbar. Zugegebenermaßen hört sich auch der Gesang recht monoton an, was bei dieser Art Musik aber ja fast selbstverständlich ist.
Passend zu der Musik mutet übrigens auch das Artwork an: Zwar passend dunkel gehalten, aber ähnlich wie das von hunderten anderen Gothic- und Melodic-Metal Bands. Nunja… Und über den klischeehaft anrührenden Alben- und Bandnamen muss man auch nicht weiter diskutieren…
Die bereits 2005 gegründete Band hat bereits einige Line-Up- Änderungen hinter sich, weshalb wohl auch erst dieses Jahr das erste Album aufgenomen wurde, zuerst in den Dreamhouse Studios, nach einigen Problemen dann später im Watercastle Studio.
Dark The Suns scheinen zwar ihre Hausaufgaben im Musikunterricht gemacht zu haben, trauen sich aber nicht, die ungeschriebenen Regeln des Melodic-Metals zu überschreiten. Dies hat zur Folge, dass das ganze Album zwar gut, aber wie ein Einheitsbrei klingt. Gleicher Takt, gleiche Töne, gleicher Gesang, eine Ballade jagt die andere. Die Finnen beherrschen ihr Handwerk, aber was sie noch lernen müssen ist, dass Musik kein bloßes Handwerk ist, sondern Kunst.
Autor: Sylvia












