Mit Spannung wurde es erwartet, jetzt ist es endlich da: Alexander Kaschte, das exzentrische Mastermind hinter Samsas Traum, hat keine Mühen gescheut um mit der neusten Veröffentlichung, „Heiliges Herz – Das Schwert Deiner Sonne“ zurück zu den Wurzeln seiner Band, die ursprünglich im Metal-Lager angefangen hatte, zu gelangen.
Für Insider ist dieses Vorwort natürlich längst keine Neuheit mehr. Schon weit im Voraus begann Kaschte damit sich wieder immer mehr mit Black Metal zu brüsten anstelle des zuvor gelebten Märchenmetals, für den seine Band so berühmt wurde. Ganz weg von der Geschichtenerzählerei kommt er aber auch in diesem Album nicht. Was im ersten Durchhören wie ein monotones Geknüppel nach dem anderen klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinhören wieder als eine lose Geschichte, diesmal mit biblischen Ausmaßen, in bester Samsas Traum-Manier. Thematisch geht es um das Ende, die Apokalypse, die aktive Vernichtung der Menschheit und die Konfrontation mit Gott vor dem jüngsten Gericht. Da ist es wenig überraschend, dass Kaschte selbst sich im Jesuskostüm auf dem Cover präsentiert.
Musikalisch ist die CD mal wieder ein Album in das man sich erst reinhören muss und für das man erstmal seine Zeit braucht. Wer Samsas Traum neben den Texten allerdings vor allem für die Synthesizer mochte sollte um dieses Album einen Bogen machen, oder aber wenigstens schon vor dem Kauf einmal gut reinhören, denn die Elektronik aus den Vorgängeralben fehlt auf „Heiliges Herz“ fast vollständig. Einzig in Form von einigen Streichern, die der Geschichte vom Tod der Menschheit das nötige Grandeur einflößen sollen und durch gelegentliche, scharf dosierte Hintergrundeffekterei macht sich das Keyboard noch bemerkbar. Ansonsten dominieren recht rohe Gitarren und vor allem knallhart knüppelnde Drums die Szenerie. Keyboardspielereien à la Dimmu Borgir gibt es nicht. Das ist allerdings auch kein Wunder, hat sich Kaschte doch ganz bewusst an den großen Black Metal-Ikonen aus Skandinavien, wie beispielsweise dem legendären BURZUM oder DARKTHRONE orientiert. Und dennoch setzt Kaschte hier seine ganz persönliche Note in der Musik, die das Ganze eben doch nicht zum „True Norsk misanthropical Black Metal“ macht, sondern dem Album eher einen frischen Anstrich eines Black Metal à la Kaschte verleiht.
Dieser macht sich zuerst durch die gewohnte Stimme breit. Ja, Kaschte growlt tatsächlich nicht durchgehend auf dem Album, sondern singt mehr oder weniger so wie man es von den anderen Alben gewohnt ist. Das heißt allerdings nicht, dass nicht gegrowlt, gekrächzt oder geschrien würde. Diese Passagen, die übrigens nicht zu knapp sind, klingen gemessen an anderen Black Metal-Bands ein wenig handzahmer, was wohl daran liegt, dass Kaschte dann meist überlagernd singt. Das heißt, dass er den Text in verschiedenen Gesangslagen eingesungen und übereinandergelegt hat. Das tut dem Verständnis der Texte natürlich sehr gut. Und auch das altbekannte samtigweiche Saxophon fehlt nicht gänzlich und ergänzt den sonst ruppigen Sound doch ganz angenehm („Im Auge des Sturms“).
Beim ersten Durchhören klingt das Album sehr monoton. Erst mit der Zeit bemerkt man die Details und verschiedenen Ausschmückungen. Bei allem Geknüppel fällt der Song „Liebeslied“ im Mittelpunkt des Albums mit seiner Ruhe sowohl textlich als auch musikalisch aus dem Rahmen. Der große Rest ist schnell, aggressiv und vor allem knüppelnd. Highlights bilden unter anderem der Vorzeigesong „Auf den Spiralnebeln“, „Das Auge des Sturms“, „Liebeslied“. „Hirte der Meere“ und das Mini-Opus „Das Zeitalter der Bäume“ (mit einer Länge von sage und schreibe über 8 Minuten), aber auch „Das Schwert Deiner Sonne“ fangen besonders gut den Sound des Black Metal ein.
Es besteht kein Zweifel: „Heiliges Herz – Das Schwert Deiner Sonne“ ist das härteste Samsas Traum-Album seit langem und wahrscheinlich am nächsten an dem was Kaschte wohl ursprünglich zu machen beabsichtigt hatte, als er das erste Mal Aufnahmen unter dem Namen „Samsas Traum“ veröffentlichte. Die Platte besticht vor allem durch gelungene Texte, die lose miteinander zusammenhängen und bietet wahrscheinlich einen guten Einstieg für alle die sich schon immer mal mit Black Metal auseinandersetzen wollten. „Zurück zu den Wurzeln“ lautet die Devise, aber gleichzeitig auch deutlich „Voraus in die Zukunft!“. Musikalisch deutlich anders als die letzten Veröffentlichungen reiht sich diese Platte doch dank der Texte gut in die Liste der bisherigen Machwerke ein.
Vorsicht ist allerdings dennoch für all jene geboten, die Probleme mit rohen metallischen Klängen haben! Für diese ist die Schwesterveröffentlichung, „Wenn schwarzer Regen“, wahrscheinlich eher zu empfehlen.












