“Lux Noctis” heißt das Debutalbum der Ludwigsburger Goth-Metaller von Coronatus. Die Band hebt sich vor allem durch ihre beiden Frontfrauen von den meisten Anderen ihres Genres ab. Bei der Produktion und beim Mastering hatte Coronatus außerdem äußerst prominente Unterstützung: Während Markus Stock und Tobias Schönemann (The Vision Bleak, Eisregen) die Scheibe produziert haben, zeigt sich Mika Jussila (Nightwish, Children of Bodom, Sonata Arctica etc.) für das Mastering im Finnvox Studio verantwortlich.

Das Album beginnt mit einem choralähnlichen Intro der beiden Sängerinnen Carmen R. Schäfer (Illuminate) und Ada Flechtner. Daran schließt sich gleich das erste episch-bombastische “Scream Of The Butterfly” an.
Die beiden Female-Vocalists befruchten sich gegenseitig, beide Sängerinnen scheinen äußerst professionell ans Werk zu gehen und schmettern ihre Arien als Duett einher. Die Stimmtypen der beiden sind zwar völlig unterschiedlich, zeichnen sich aber beide durch ein riesiges Stimmvolumen aus.

Ausnahmestücke auf dem Album sind “Winter” und “In Remembrance“, beides kurze Stücke von nur eineinhalb Minuten, bei dem nur Jo Lang an der Gitarre zu hören ist. Untermalt werden die Lieder von Wind- und anderen Hintergrundgeräuschen, welche bei “In Remembrance“ eher stören als untermalen. Auch sonst klingen die Stücke eher nach seichtem Geklimper als nach Sturm.
Es kommt der Verdacht auf, die beiden Lieder hätten es nur als Lückenfüller aufs Album geschafft, um wenigstens 11 Tracks zusammen zu bekommen.
Ob es nun an Mika Jussila liegt, dass die Musik von Coronatus der von Nighwish so sehr ähnelt, oder ob das allein dem Genre zuzuschreiben ist, ganz klar wird man sich darüber beim hören von “Lux Noctis” nicht. Besonders bei “Silberlicht” erscheint es, als würde Tarja (oder neuerdings Anette) plötzlich deutsch singen.

Es ist natürlich äußerst beeindruckend, dass eine so junge Band schon yo klingt wie die großen Meister und wahrscheinlich auch Vorbilder. Andererseits lässt einen “Lux Noctis” eigene und neue Einflüsse und Ideen größtenteils vermissen. Auf jeden Fall steckt in “Coronatus” einiges an Potential, denn auch in Bezug auf das Songwriting stehen sie ihren finnischen Kollegen in Nichts nach. Für die nächste CD rate ich der Band jedoch zu einem anderen Studio bzw. Mastering und wünsche ihr den Mut, auch mal neue Elemente in den Gothic Metal einzubinden.

Wer wissen will, wie sich Coronatus anhören, dem sei der Myspace-Auftritt der Band ans Herz gelegt. Dort gibt es zwar derzeit nur einen Song zu hören, das macht aber recht wenig. Alle Lieder klingen durch die bombastischen Riffs, epischen Gesänge und den Melodiösen Parts recht ähnlich, auch wenn natürlich die Melodien variieren.

Autor: Sylvia

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