“Ladies and Gentlemen, The World Domination would like to announce, there officially is no future”. Mit diesem Statement beginnt das neue Album “Heat” der Electroglam-Band “The World Domination”. “The Declaration” heißt der Song, bei dem 666Val und Ringo.Fire den Weltuntergang einläuten. Die Mischung aus trockener Nachrichtensprecherin, schief-schrägem Gesang und mitreißendem Electrobeat macht Spaß und Lust auf das Album. Note 1 für die Wahl des Album Openers.

Die Band existiert bereit seit dem Jahr 2004 und hat schon viele DJs begeistert, darunter auch den britischen Rave-Star Adam Sky (aka Adamski), mit welchem das Duo “The World Domination” ihre Single “Galactic Lover” produzierten. Der 4. Albumtrack fällt besonders durch die Mischung der Rockriffs mit dem TWD-Irrwitz und den Elektronik-Elementen. Warum gerade dieser Titel als Vorabsingle gewählt wurde ist mir persönlich jedoch nicht klar, da andere Songs mitreißender und vor allem tanzbarer klingen.
So zum Beispiel auch “Jesus Christ I Feel Alright” oder “Fucked Up”. Beide Titel erinnern von Rhythmik und Bewegung etwas an die Indie Rock-Band “Maximo Park”. Beim hören bekommt man Lust, dem verschwitzen Sänger in Neongrün, der auf dem Plattencover abgebildet ist, Gesellschaft zu leisten und mit ihm abzurocken und Party zu machen. Ob Pogo wohl zu ElectroGlam erlaubt ist? Tauglich wäre die Musik auf jeden Fall dazu! Ein gelungener Spagat zwischen elektronischer Popmusik und Rock mit Bravour.

Etwas weniger Dancefloorgeeignet ist “Heat Resistant”. Umso besser eignet sich der Song zum Mitpfeifen. Achtung: Ohrwurmgefahr!

Fans von rockigen Rhythmen werden sich bei “FXXK Machine” wieder finden, denn hier herrschen derbere Rocksounds vor. Auch der irre und einmalige Kreischgesang von 666Val und Ringo.Fire könnten den ein oder anderen durchaus an bekannte Rock- und Metalbands erinnern. Ob der Vergleich von Band bzw. Plattenfirma mit AC/DC und ZZ Top wirklich angebracht ist, ist jedoch Ansichtssache. Auch “Contempt” fällt in die metallische Sparte, ist aber keine solche Meisterleistung wie .FXXK Machine”.

“Unicorn” dürfte etwas für Fans von hartem EBM sein. Der Song erinnert stark an Elektro-Größen wie Front 242 und Underworld, kommt aber an diese Klasse nicht heran. Meiner Meinung nach ist dies einer der schwächeren Songs des Albums, da er die Abwechslung vermissen lässt und im Gegensatz zum sonstigen Partyalbum recht langweilig wirkt.
Die Aufforderung “Buy Ur Album Now” kommt mit dem 8. Titel doch recht spät und dürfte wohl keine dementsprechende Werbewirkung haben. Mehr als diese Aufforderung und einige spannenden Soundelemente stecken aber leider auch nicht hinter dem Song.

Der 10. Titel “Ballerina Petticoat” knüpft endlich wieder an die Genialität der ersten Albumtracks an. Das ganze in eine Musiksparte zu packen fällt wirklich schwer, weshalb ich den passenden Worte der Plattenfirma heranziehen möchte: “The World Domination beweisen eindrucksvoll, wie kurz die Wege sind zwischen Proto-Punk und Discoschmelz, zwischen Glamrock und Techno, zwischen Hochglanz und Trash”.

Mit “Land of Cockaigne” greift das Duo noch mal ganz tief in die Trash-Kiste. Mit wenigen, aber ausgesuchten und extraordinären Mitteln entstand hier ein Song der seinem Titel vollkommen gerecht wird.

Fazit: “Heat” ist der richtige Titel für das Album: Heiß, Partytauglich, in-die-Beine-gehend. Wie schon der erste Titel macht das gesamte Album einfach Spaß, auch wenn einige schwächere Titel dabei sind.
Die Band hat auf jeden Fall das zeug dazu, in die erste Reihe des europäischen Electro Rocks bzw. Electro Glams aufzusteigen. “Buy This Album Now” sagt die Band. Tun wir ihr den Gefallen.

Autor: Sylvia

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