Noch nie etwas vom „Straftanz“ gehört? Noch vor einem halben Jahr hätte das keinen gewundert, war das Projekt bis dahin auch absolut unbekannt.
Seit Oktober 2006 geistert aber der gleichnamige Song durch die Clubs – mit großem Erfolg.

Schaut man sich die Single an, so erblickt man ein stilisiertes Girly mit Wespentaille und der Art von Accessoires, über die sich die Geister scheiden: CyberLox/Dreadfalls und Beinstulpen. Die Tracklist verrät: Ein Stück, drei Versionen, drei Remixe.
Straftanz Süd, West und Ost – für jeden etwas dabei, nur die Nordländer gehen leer aus.

Scheibe in den Player gelegt, Lautstärke dezent aufgedreht – und schon ist man (wieder) bei der Bundeswehr wo einen der Spieß anbrüllt: „Eins, zwei, drei, vier – LOS!“. Passt irgendwie zum derzeitigen Trend von Camouflage, Gasmasken und anderem Armeefummel. Die drei Regionsversionen unterscheiden sich lediglich in der Aufzählung der lokalen Clubs und in dem, was der Drillseargent für eine Richtungsangabe brüllt, ansonsten zielt alles geradlinig auf Abfeiern ab: Klare Rhythmen, hämmernde Beats, wenig Tiefgang – aber wer braucht den schon, um abzufeiern?

Die beiden Remixe von Reaper und Agonoize knallen noch mehr auf die Ohren und bieten etwas Abwechslung, der „Eintausend“-Mix scheint sich an Mobys „Thousand“ anzulehnen (welches 1993 mit seinen 1015BpM als „schnellster Song aller Zeiten“ ins Guinnessbuch der Rekorde aufgenommen wurde) und beschränkt sich auf tumbes Wiedergeben von mehr oder minder geistreichen Phrasen. Meiner Meinung das schwächste Stück auf der Single.

Was bleibt? Definitiv ein guter Dancefloorfüller der sich bereits einige Zeit in den Top 10 der DAC Singlecharts hielt und sich auch in absehbarer Zeit auf den Playlists der Clubs halten wird.

Auf der offiziellen Bandhomepage lassen sich übrigens Snippets der Tracks anhören, ein Musikclip ist YouTube zu bewundern.
In diesem Sinne: „LOS!

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