Ein gutes Jahr ist vergangen, als „Elektrisch! Vol. 1“ den Markt der Sampler betrat, und mit einer guten Mischung das Ohr der Hörer und die Flächen der Clubs für sich gewann.
Nun ist es soweit: „Elektrisch! Vol. 2“ steht ab dem morgigen Tag in den Läden, und wir nehmen den neuen Silberling einmal genauer unter die Lupe.
Strahlte die erste Ausgabe noch in hellem Gelb, so ist es diesmal ein angenehmeres Orange. Ansonsten hat sich zumindest rein äußerlich nicht viel geändert,
das Cover ist ebenso schlicht gehalten wie gewohnt.
Schaut man sich die Playlist an, so darf man sich nicht wundern, alte Bekannte zu sehen: Alphaville, Client, MESH, X-Perience… Moment, waren die nicht auch auf dem ersten Sampler vertreten?
Ganz richtig, doch dieses Mal steuern sie zum Glück frisches Material bei. Auf zwei Scheiben in der limitierten Erstauflage, und einer CD in jeder weiteren, schicken sich jeweils 14 Tracks an, den Erfolg des Vorgängers zu toppen.
Den Anfang macht Alphaville mit „To Germany with Love“ in einer Remix Version von Sebastian Komor (Icon Of Coil), welcher sehr hohes Clubpotential aufweist und einen fulminanten Start in die nächsten 80 Minuten bietet.
Nach ihrem letzten Auftritt auf dem „Advanced Electronics Vol. 5“ Sampler sind Camouflage auch auf „Elektrisch! Vol. 2“ vertreten, diesmal jedoch mit dem !Distain-Remix von „We Are Lovers“. Doch obgleich der Song im Original durchaus einiges an Substanz aufweist, versteht er sich unter den Fittichen von !Distain nicht so recht zu präsentieren. Hier scheint ein Leitmotiv zu fehlen, so klingt die Version lediglich wie mit Weichspüler versetzt und zu stark verpoppt.
Das kann „Zerox Machine“ ganz und gar nicht von sich behaupten. Der ursprünglich von Client veröffentlichte Track blüht in der Remix-Version von Mechanichal Cabaret richtiggehend auf – hier wurde ganze Arbeit geleistet!
Mit Deine Lakaien kommt ein gänzlich anderer Wind auf. Scheinen die anfängliche Klavierklänge überhaupt nicht in das bisherige Konzept zu passen, zeugen die kurze Zeit später einsetzenden Beats von einem durchdachten Gesamtkonzepts des „Memphis Remix“, welcher dem 2002 auf „Kasmodiah“ erschienenen Stück eine ganz neue Note verpasst.
Eine Überraschung der ganz anderen Art trifft einen mit „Return To Paradise“ von X-Perience, und man muss sich unweigerlich fragen, was diese Band, die sich eher im Trancesektor ansiedeln ließe, auf einem Sampler wie diesen verschlagen hat. Für mich ist dies bei allem Verständnis nicht nachvollziehbar, zumal ein derartiges Stück nicht so recht in das Konzept von „Elektrisch! Vol. 2“ zu passen scheint.
Nachdem Mechanical Cabaret bereits ihre Finger beim Remix von Clients „Zerox Machine“ hatten, sind sie selbst mit „Disbehave“ vertreten, dem sich MESH angenommen und einen würdigen Remix gezaubert haben.
Goldfrapps „Ooh La La“ (2005) im „When Andy Bell Met The Manhattan Clique“ Mix fällt ähnlich wie X-Perience aus dem Rahmen, hat es jedoch aufgrund des eingängigen Rhythmus´ wesentlich einfacher und entwickelt sich so irgendwie zum Ohrwurm. Ooh La Laaaa!
Nach einer eher mäßigen „Spit It Out“ Version (IAMX, Remix von A. Kowalski), gibt es Mechanical Cabaret, die Dritte. Mixten MESH soeben noch „Disbehave“, so nehmen sich jetzt die Kabarettisten „Step By Step“ an. Das Ergebnis überzeugt und dürfte in den Clubs für breite Zustimmung sorgen. Sehr gut, das Ergebnis dieser „Remix-Kooperation“, sowas wünscht man sich öfter.
Umso ernüchternder der Ausklang des Samplers: Lediglich die basslastige „Elektronik Club Mix“ Version von Unheiligs „Ich will alles“ kann sich ihre Daseinsberechtigung erkämpfen, weder Assemblage 23 noch Boytronic können auch nur halbwegs überzeugen, von „Alle Fehler“ (Purwien feat. Witt) ganz zu schweigen. Hier konnte auch Client nichts mehr retten, zumal das Stück eher von „Falco feat. Moby“ stammen könnte…
Fazit: Alles in Allem liefert „Elektrisch! Vol. 2“ solides Material mit vielen Perlen ab, sein Geld ist der Sampler auf jeden Fall wert. Wer Electro der härteren Fraktion erwartet, sollte lieber seine Finger davon lassen, die Stücke pendeln sich eher in seichteren Gewässern ein, teilweise mit recht poppigen Einflüssen. Leider kann an dieser Stelle keine Aussage über die limitierte Erstauflage getroffen werden, da zum Review lediglich die erste CD vorlag.
Tracklist (CD 1)
01. ALPHAVILLE – To Germany With Love (Sebastian R. Komor Extended Remix)
02. CAMOUFLAGE – We Are Lovers (!Distain Remix)
03. CLIENT – Zerox Machine (Mechanical Cabaret Extended Remix)
04. DEINE LAKAIEN – Where You Are (Memphis Remix)
05. X-PERIENCE – Return To Paradise (The Promise Remix)
06. ERASURE – All This Time Still Falling Out Of Love (Shanghai Surprize Radio Edit)
07. MECHANICAL CABARET – Disbehave (Mesh Asbo Remix)
08. GOLDFRAPP – Ooh La La (When Andy Bell Met The Manhattan Clique Mix)
09. IAMX – Spit It Out (Alexander Kowalski Remix)
10. MESH – Step By Step (Mechanical Cabaret Extended Remix)
11. ASSEMBLAGE 23 – You Haven´t Earned It (The Loge Remix)
12. UNHEILIG – Ich Will Alles (Elektronik Club Mix)
13. BOYTRONIC – Little Italian Feeling (Days Of Fate Remix)
14. PURWIEN feat. WITT – Alle Fehler (Client Remix)
Tracklist (CD 2 – nur limitierte Erstauflage!)
01. [:SITD:] – Suffering In Solitute (Empathy Mix)
02. CODE 64 – Guardian (Bariuz Remix)
03. PSYCHE – Angel Lies Sleeping 2007 (Extended Neuropa Remix)
04. IRIS – It Generates (Darker Days Remix)
05. LOWE – The Vanishing (Steve Wasabi Remix)
06. CELLULOIDE – Who Is The Angel (Dekad Remix)
07. SCARLET SOHO – Modern Radio (Menichal Servants Remix)
08. X-DIVIDE – I Don´t Care (Trance Club Mix)
09. OBSCENITY TRIAL – Here And Now (Syrian Remix)
10. TECHNOIR – Manifesto (Beborn Beton Club Edit)
11. NEUROPA – Blitz (Celluloide Remix)
12. EDEN – Electric (Obscenity Trail Remix)
13. NONO – Geisha (Original Version)
14. MOTUS – Leave (Original Version)












