Nach „Autotunes“ veröffentlichten die Hamburger Electro-Pop Urgesteine Boytronic ihr neues Album „Dependence„. Ob die an den riesigen Comeback-Erfolg anknüpfen können, wird die Zeit zeigen.
Boytronic, die sich bereits 1983 gründeten und um die es Anfang des Jahrtausends sehr ruhig wurde, veröffentlichen mit „Dependence“ das erste Album seit dem 2002er Werk „Autotunes“ und diverser Neuauflagen älterer Alben. Bei der Besetzung hat sich einiges getan, so dass das aktuelle Line Up nun aus Gründer Holger Wobker, Haja Panarinfo (aus einer alternativen Besetzung, der allerdings vor Fertigstellung des Album die Band wieder verlassen hat) und den beiden neuen Mitgliedern Hans Johm und Michael Maria Ziffels besteht.
Die melancholische Grundstimmung, die die Band seit ihrer Gründungszeit aufgegriffen hat, wird auf dem aktuellen Album beibehalten. Neuere Strömungen, bedingt durch die zusätzlichen Musiker, versuchen Boytronic in eine neue Ära zu befürdern. Dabei hat die Produktion viel Herzblut gekostet. Beinahe zwei Jahre mit allerlei Verzögerung können die Hamburger, die mit „You“ einen sehr großen Erfolg erzielen konnten, nun hier wieder von sich hören lassen.
Hervorstechend ist allemal zu sagen, dass die Stimme des Sängers Holger Wobke hier das gesamte Gerüst trägt. Alte Fans werden „Dependence“ wohl mit Wehmut genießen können, da die musikalische Untermalung sehr dünn wirkt. Vielleicht liegt es auch an dem Mix der verschiedenen Musiker, vielleicht hat die Produktionszeit einfach zu lange gedauert.
Nostalgie hin oder her, als neutraler Betrachter hat man hier ein solide gemachtes Album vor sich liegen. Es ist jetzt zwar kein großes Album geworden, was in die Annalen der Geschichte eingehen wird, die leicht flockigen Synthie-Pop Lieder vermitteln einem allerdings ein Gefühl der Schwerelosigkeit und des Wohlbefindens, wenn man sich der Musik öffnet.
Da interessiert es auch nicht, ob Boytronic in den 80er Jahren ihre beste Zeit hatten, in den 90ern kommerziell floppten oder ob sie im 21. Jahrhundert ihre 80er Jahre Fans vergraulen.
Fazit: Reinhören, wenn man die Musik von Erasure und Depeche Mode mag und sich von seinem Gefühl leiten lassen.
Darauf sollte es ankommen.
Autor: Eniz












