And One, die Urväter des saloonfähigen EBM-Pops, sind nicht mehr aus unserer Musikszene wegzudenken und so tragen sie dem auch Rechnung, indem schon wieder eine neue Scheibe vorliegt.
Bodypop heißt das gute Stück und macht seinem Namen alle Ehre. Gute 45 Minuten lang ist abwechselnd Schwelgen in zart poppigen Melodien und Abfeiern angesagt. Doch greifen wir dem mal nicht so schnell vor…
Bodypop – das ist auch schon das Thema des Covers. Eine schematisch weibliche Gestalt in der Mitte des Covers und eine wegrennende männliche Gestalt lassen auf viele inhaltliche Anlehnungen an das zwischengeschlechtliche Verhalten von Menschen schließen.
Neben der Basis-Version der CD bieten Out of Line, das Label von And One, auch eine limitierte Version mit einer zweiten CD an, die neben den regulären Titeln fünf weitere bietet.
Auf dem ganzen Album schaffen die Mannen um Steve Naghavi erneut die Gratwanderung, EBM-Rhythmen und Pop zu einer offensichtlich unnachahmbaren Mischung zu vereinen.
Mit „Mein Anfang“ startet das Album und macht mit typischen And One-mäßigen Kringeln klar, was man hier hört. Im ebenso typischen Pop geht es dann auch weiter und der Hörer wird zur bereits länger bekannten und auf Maxi erschienenen „Military Fashion Show“ übergeleitet.
Mit einem musikalischen und ganz offensichtlichen Nänänänänä klingt dieses Lied schon an und ist wohl ein Loblied an uniformierte Frauen. Tanztechnisch für eher ruhigere Runden, aber wie fast das ganze Album durchaus tanzbar.
Balladenhaft kommt „Enjoy the unknown“ daher, beginnt und bleibt ruhig, beschränkt sich auf Pop, wird nur von einigen wenigen experimentellen Einwürfen aufgepeppt.
Das fieseste Lied des Albums beginnt. So mag Liebe rein musikalisch durchaus klingen, aber der Text hat es heftig in sich. Nutzung einer Machtstellung zur Befriedigung eigener Bedürfnisse – gängig, aber hier sicher zum ersten Mal provokativ offen und scheinheilig romantisch besungen. Absolut gelungen!
Sehr andächtig und relativ düster beginnt das nächste Stück „The sound of beliver“. Selbst im Refrain bleibt die melancholische Melodie erhalten und ändert sich das ganze Stück über nicht.
„Body company“ sagt wohl an, dass uns immer wieder der Sex dazwischen kommen wird und bringt dies sehr peppig in ruhigerem EBM-Rhythmus rüber.
In einem Ironiedrama um zwischenmenschliches darf auch keine „Traumfrau“ fehlen und die setzt die Band auch sofort nach. Wir richten uns also nach dem, was sich uns bietet anstatt das zu suchen, was wir eigentlich wollen. Gut möglich, aber sicher nicht verallgemeinerbar. Eingebettet ist diese These ist erneut eine Ballade, die aufgrund ihres tragischen Gesangs weniger fröhlich stimmt.
Um die Hörer wieder los zu reißen, knallen härtere EBM-Beats auf ihn ein und bekommen „Stand the pain“ befohlen. Aber auch dieses Lied hält sich an Härte noch im Zaun und wird auch durch Synthesizereinlagen flachgehalten.
Fast übergangslos geht es zu „Sexkeit“, das uns wieder tiefer runter zieht, bevor es plötzlich wieder sehr popig bei „Love you to the end“ aufwärts geht. Doch nur musikalisch, inhaltlich wird von verlorener Liebe und der ewigen Trauer darum erzählt.
„The dream“ fällt am ruhigsten auf dem ganzen Album, es gibt weder beeindruckende Gesangseinlagen noch aufbrausende Instrumentalik.
Letztendlich schließt „Bodypop“ mit „Dein Ende“ und es lässt sich nur hoffen, dass wir alle ein bisschen mehr über zwischenmenschliches nachdenken, ob nun auf ironische oder andere Art, sei jedem selbst überlassen. Als reines Instrumentalstück schließt das Stcük absolut passend mit nach Chor anmutenden Synthiesequenzen.
Das Album vereint alten Stil von And One mit dem seit einigen Jahren verstärkt eingeschlichenem Pop hervorragend. In sich absolut stimmig, mitreißend, wenn auch teilweise schon fast schmalzig wissen die Jungs immer noch mit ihrer Kreation zu begeistern. Meine Empfehlung: Reinhören, etwas pseudomitschmachten, drüber lachen und in guter Erinnerung behalten…
Titel:
1. Mein Anfang
2. Military fashion show
3. Enjoy the unknown
4. So klingt Liebe
5. The sound ob beliver
6. Body company
7. Traumfrau
8. Stand the pain
9. Sexkeit
10. Love you to the end
11. The dream
12. Dein Ende
Bonus-CD der limitierten Ausgabe:
1. Rearming Strafbomber
2. Master Master
3. A kind of deutsch
4. Steine sind Steine
5. The force
Autor: Michael












