Nachdem das Album „Gezeiten“ unter anderem aufgrund seines rockigeren Einschlages gespaltene Reaktionen bei den Hörern von L´ Ame Immortelle hervorrief und die musikalische Bereicherung von Edgar Allan Poe-Hörspielen das letzte Lebenszeichen der Band war, war man umso gespannter auf den neuen Silberling.

Und der ist, um es gleich vorweg zu nehmen, nur bedingt eine Weiterentwicklung. „Auf deinen Schwingen“ klingt manchmal wie Oomph! mit weiblichem Gesang, hat rockige Passagen, wie man sie aus „Gezeiten“ kennt, bringt es aber fertig in Rock-Pop-Gefilde zu gleiten. Nur das tun Künstler wie Christina Stürmer und Jeanette Biedermann auch. Ob hier Käuferschichten im Mainstream seitens L´ Ame Immortelle erschlossen werden sollen liegt nahe, kann aber nur vermutet werden.

Was auch noch auffällig ist, ist dass die Texte (z.B. die Single „Nur Du“) teilweise arg süßlich sind. Zwar ist Romantik einer der Pfeiler unserer Szene, aber bekanntlich macht die Dosis das Gift und hier ist mir manchmal nach einer Überdosis zumute.

„Auf deinen Schwingen“ ist ein Album, das man so einfach mitnimmt ohne dass es einen nachhaltigen Eindruck hinterläßt. Wer´s mag kann´s hören, mir hat es eine Spur zu wenig Substanz.

Tracklist:
1. Auf deinen Schwingen
2. Herzschlag
3. Du siehst mich nicht
4. Nur Du
5. Phönix – Album Version
6. Destiny
7. Sometimes Love Is Not Enough
8. Run Away
9. Wohin
10. In dein Leben
11. Last Will
12. Der letzte Akt
13. Dein Herz – Single Edit

Autor: Carsten

Werbung
Redaktion
Unter diesem Benutzernamen werden Beiträge ehemaliger und freier Mitarbeiter zusammengefasst.