Das Nebenprojekt „Snakeskin“ von Tilo Wolff (Lacrimosa) veröffentlich im Oktober sein zweites Album „Canta’Tronic“. Der Schweizer beschreibt sein Projekt als seine zweite Haut und als Möglichkeit, sich aus dem Korsett von Lacrimosa zu befreien.

Bereits sein erstes Album hat viele seiner Fans geschockt und stieß vielerorts auf Kritik.
Es wäre wohl besser gewesen, auf die Kritik zu hören: Trotz der faszinierenden Opernstimme von Kerstin Doelle wirkt „Canta’Tronic“ eher wie ein missglückter Versuch an den Reglern einer Soundmaschine.

Der Opener „Etterna“ klingt, als hätte man versucht „Diva Dance“ aus dem Film 5. Element nachzuäffen. Leider ist dazu die Melodie zu unspektakulär und der stetig wummernde Beat macht jegliche Atmosphäre kaputt. Die Elektropop-Elemente im Hintergrund lassen das Lied zusätzlich lächerlich wirken. Die beiden Remixes des Liedes, die als Bonustracks fungieren, haben das gleiche Problem. Besonders beim FAQed UP-Remix wurde der Song absolut überproduziert und verliert jegliches Flair.

Die Einflüsse von Lacrimosa sind bei diesem Album unverkennbar zu hören, so auch bei „Stonecoldhands“. Leider passen diese Klänge absolut nicht zur restlichen Anmutung des Albums. Das zweite Lied auf dem Album stellt hier noch eine erfreuliche Ausnahme dar: wenigstens wurde hier an Stimmverzerrung gespart, so dass das Lied noch recht angenehm zu hören ist.

Bei „Bite Me“ bekommt der Hörer eindrucksvoll vermittelt, wie wenig Operngesänge mit verzerrtem Gekreische zusammen passen. Der
Bei „La Force“, „Manora“ und „Recall II“ wurden jene verfremdeten Schreie dann zum Glück gestrichen. Kerstin Doelle singt sich zunächst mit ihrer sanften Stimme in die Herzen der Hörer. Vielleicht wären die Lieder richtig gut, wenn die Melodie etwas eingängiger wären und die Operstimme einem nicht irgendwann auf die Nerven gehen würde.

Der fünfte Albumtrack „Mortal Life“ könnte ein echter Clubhit werden – Wenn das nervige und äußerst seltsame Gejammer nicht wäre. Ansonsten ist der Song gut abgemischt: nicht zu hart und nicht zu soft und vor allem super tanzbar.
Das Gejammer, dass man eigentlich nur aus ganz frühen Lacrimosa-Zeiten kennt wird leider bei „Still not home“ und „The Eternal“ fortgesetzt und strapaziert die Nerven. Beide Songs haben spannende Soundelemente und auch ganz gute Parts, welche aber leider bei dem Gekreische untergehen.
Auch „Tourniquet“ hat Melodieelemente, die das Lieb zu richtigen Ohrwürmern machen könnten. Warum werden die Ohrmuskeln aber von so verzerrten Gesängen belastet? Vielleicht sollte Tilo „einfach mal die Klappe halten“, wenn er am Mischpult steht.

Der erste Bonustrack, der Club-Mix von „Bite Me“ vereint gekonnt alle fürchterlichkeiten des Albums in sich: Gemisch aus Opergesang und Geschrei, hinterlegt von zu harten Beats, mit ausgelutschten Elektroelementen.

Fazit: Hübsches Cover mit nichts dahinter. Wenigstens beweist Tilo Wolff mit dem Album, dass sich elektronische Musik nicht immer gleich anhört: Außer ihm traut sich wohl niemand, so ein „interessantes“ Album zu veröffentlichen. Nichts für schwache Nerven!

Tracklist:
1. Etterna
2. Stonecoldhands
3. Bite Me
4. La Force
5. Mortal Life
6. Still Not Home
7. The Eternal
8. Mandora
9. Tourniquet
10.Recall II

Bonus Tracks:
11. Bite Me (Club-Mix)
12. Etterna (Club-Mix)
13. Etterna (FAQed UP Remix)

Das Album erscheint übrigens am 6. Oktober!

Autor: Sylvia

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