Yeah, das ist mal wieder eine Platte, die mir äußert gut gefällt, daher nur gute Kritiken. Ich finde Newcomer und nicht-bekannte Ein-Mann-Projekte haben immer was faszinierendes an sich. Da wird auf Konventionen gepfiffen und alle Regeln der Musik über den Haufen geworfen. Kranke Musik für kranke Menschen für kranke Welten.

Klar, Elektro/EBM/Industrial wird nicht jeder bei-Kerzenschein-Wein-schlürfende Mensch gut finden.
Bekannt ist Sucht999 schon seit einiger Zeit durch den „Battle of the Bands“ Contest des Sonic Seducers. Nach den beiden Demos „Slaves of Darkness“ und „Tree of Life“ wurde es still um den Braunschweiger. Jetzt lässt er es mit „Dying Light“ wieder krachen.

Der erste und letzte Song nennen sich schlicht „Intro“ und „Outro“. Zwischen liegt eine Welt voller Wut und Zerstörung, sowohl musikalisch als auch lyrisch. Angelehnt an die frühen Werke von Nine Inch Nails und beeinflusst von dem Sound der 70er und 80er Jahre dominieren vor allem die Brachialkomponenten auf der EP.

So hämmert Anton Janzen, der Vater von Sucht999 aus Braunschweig, E-Gitarren in die EBM/Industrial Beats hinein. Und dazwischen immer wieder das herausbrüllen von Wut und Trauer. Komischerweise klingen immer wieder mal so was wie verfremdete asiatische Klänge zwischen dem Kraftgebrüll und den Powersounds. Ich kann mich aber auch täuschen.

Die Verbindung von Elektro und Gitarren erinnert stark an das Fragile Album von Nine Inch Nails, gerade auch bei „Rotate and Die“ und dem teilweise gepitchte Background-Gesang. Oder auch das Intro, was sehr gelungen ist. Was Sucht999 auszeichnet, ist der gnadenlose Aufbau seiner Songs mit allerhand Störsequenzen darin.
Die Texte sind ähnlich destruktiv. Zerstörung, Hass, Enttäuschung, Tod und Teufel. Die meisten Songs sind instrumental. Drei davon mit abgedruckten Texten und der Titelsong ist auf der EP das eindruckvollste. Einerseits weil man den Text versteht, andererseits weil eine ausgetüftelte Komposition dahintersteckt, die aber noch den Charakter einer Heimstudio-EP hat. Es ist nun mal eine Eigenproduktion, daran lässt sich nichts rütteln, aber die eigenwillige Intention steht wie ein Fels im Boden.

Autor: Eniz

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