Xandria sind wieder da! Die erfolgreiche deutsche Gothic-Rock Band mit „female voice“ meldet sich nach ihrem 2004er Chart-Album „Ravenheart“ fulminant zurück. Zwei Monate in den Album Charts, erfolgreiches Touring und Festivalauftritte, unter anderem in Süd-Korea, haben die Band eindeutig in die 1.Liga der hiesigen Musik-Szene katapultiert. Am 22.8.2005 erscheint nun das brandneue Album „India“.

Mit ihrer Mischung aus Goth-Rock, Metal und bestechenden Melodien erfreuen Xandria die Fans nun bereits mit ihrem dritten Album. „India“ ist abermals unter der Regie von Top Produzent Jose Alvarez-Brill (u.A. Wolfsheim) entstanden, und auch wenn Xandria-Liebhaber bekommen was sie erwarten, ist doch einiges „anders“ geworden.

Das Songwriting auf „India“ ist eine ganze Ecke „moderner“ geworden. Die auf „Ravenheart“ eher dezent betonten Gitarren haben deutlich an Gewicht gewonnen. „India“ schiebt und knallt, epischer Bombast trifft auf Metal-Gitarren und den unwiderstehlichen Charme von Sängerin Lisa.

Der Titel lässt vermuten, dass es sich um ein Konzeptalbum handelt, welches ein orientalisches Thema behandelt. Dem ist aber nicht so. Vielmehr steht „India“ als Synonym für Sinnsuche und das große Lebensziel und zieht sich so thematisch durch das ganze Album. „Auf der Suche nach Indien erreichte Columbus seinerzeit etwas ganz anderes, als er erwartete“ so Bandgründer Marco. „So ist es im Leben oft. Auf dem Weg durchs Leben hat man viele Ziele und auf der Strecke dorthin begegnen einem Dinge, die vielleicht viel wichtiger und großartiger sind als das ursprüngliche Ziel.“

Neben etlichen Brechern wie dem an Nightwish erinnernden Titeltrack „India“ oder dem durch moderne Grooves fast schon beängstigend, drückenden „Widescreen“ beweisen Xandria mit ihrer Single „in Love with the Darkness“ aber auch, dass sie sich nach wie vor ihr Gefühl für große Melodien bewahrt haben. „In Love with the Darkness“ ist eine Hymne an die stetig wachsende Gothic Gemeinde, die durch eingängige Hooklines begeistert.

Die fünf Bielefelder rocken auf India was das Zeug hält, leben ihren bombastischen Sound aus, und haben sich zu diesen Zwecken diesmal auch echter Streicher bedient, statt auf Konserve zusetzen. So ist in etlichen Streicherpassagen das renommierte Deutsche Filmorchester Babelsberg zu hören, das auch schon die Musik für den Blockbuster Schindlers Liste beisteuerte und für Top Acts wie Rammstein und Rosenstolz in die Saiten griff.

Aber nicht nur der orchestrale Bombast, der XANDRIA so auszeichnet, kommt zur vollen Entfaltung. Auch die Liebe zum Irish Folk ist in Songs wie „Like a Rose on the Grave of Love“ oder „The End of every Story“ wieder deutlich zu hören. Diese eindringliche Authentizität mag auch daran liegen, dass man sich hier eigens mit einer bekannten Irish Folk Band Unterstützung aus diesem Umfeld ins Boot geholt hat. Weiterhin lassen es die fünf absolut nicht dabei bewenden, durchgängig einseitig auf der Bombastschiene zu fahren wie so viele zur Zeit, sondern haben eine wahre Schatzkiste der musikalischen Fantasien gezaubert: Bombast ja, aber nur wo es die Dramaturgie erfordert. Es gibt stattdessen viel Abwechslung, die fast schon ein Markenzeichen der Band geworden ist, zum Beispiel durch ruhige, atmosphärische Parts, progressive Seventiesanklänge und Songwriting, das aus mehreren Jahrzehnten Rockgeschichte heraus inspiriert ist.

Mit India ist zweifelsohne ein großartiges Album gelungen. XANDRIA setzen ihren Weg beständig fort und man darf gespannt sein, wo dieser hinführt. Dieses Album ist auf jeden Fall sehr zu empfehlen.

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