Zugegeben: Bandnamen wie „Diorama“ sowie das Stichwort „Torben Wendt“ sind mir zwar schon seit langem durchaus ein Begriff, jedoch muss ich gestehen, dass ich die Combo – so richtig bewusst – nur von ihrem uralten Hammersong „Advance“ kenne.
Somit konnte ich mir ihr gepriesenes, neues Album „Amaroid“ (bei aufkommenden Fragen zum Titel: Bitte einmal rückwärts lesen) recht unvoreingenommen zu Gemüte führen…

Schon das ansprechende Layout und das detailverliebte Booklet lassen auf eine sensible, glattgeschliffene, eben auf keine 08-15 Produktion schließen. Ein kurzer Blick auf die Lyrics verspricht abstrakte, träumerische und sehnsüchtige Songs voller Traurigkeit und wer solches oder Ähnliches von „Amaroid“ erwartet, der wird voll und ganz auf seine Kosten kommen!

Diorama präsentieren uns hier umschmeichelnden, atmosphärischen Wave-Pop vom Feinsten und bei Songs wie „Girls“ geht es sogar auch mal ein wenig krachiger zur Sache. Auch wenn es mir persönlich stellenweise ein bisschen an Bombast und klanglicher Intensität fehlt, so mag die Scheibe Freunden der stillen, subtilen Klangmuster durchaus zusagen, denn die Tracks kommen sehr verhalten, aber dennoch – oder gerade deswegen – unglaublich niederschmetternd daher. Faszinierenderweise verliert Diorama´s Klangbild durch seinen tieftraurigen Anstrich dennoch nicht an Wärme und spendet die nötige Portion Geborgenheit für einsame, vernebelte Abende, an welchen man beginnt, sich tiefschürfende Gedanken über das Leben zu machen.

Trotz einer gewissen Gefährdung – resultierend aus fehlenden Höhepunkten und einem Mangel an Ohrwurmpotenzial – schafft es „Amaroid“ irgendwie nicht in die Bedeutungslosigkeit abzudriften, sondern fungiert als einhüllendes, musikalisches Kleinod, dass man als Ganzes betrachten, hören und genießen sollte…

Autor: Shirin

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