Hinter Compulsory Skin steckt PiaPale, eine Künstlerin, die nach diversen Banderfahrungen nun die ersten musikalischen Gehversuche alleine wagt. Fleißig war die expressionistische Dame und veröffentlichte eine Trilogie namens „Regulation“, unterteil in Schwarz, Weiß und Rot. Ich habe mir das gesammte Werk genauer unter die Lupe genommen.

Compulsory Skin – das ist in erster Hinsicht die Musikerin und Künstlerin Lady PiaPale. Seit der ersten Klasse angefangen zu singen und recht schnell sich mit der Musik angefreundet, spielt PiPaPale mit 14 in der Band „BolloxNoddy“ und danach in der Punkband „Primitive21“ mit.

Seit kurzem nun wandert sie auf Solo-Pfaden und veröffentlichte 2005 Regulation. Regulation besteht aus drei Teilen, unterteilt in „Black“, „White“ und „Red“. Müsste man Compulsory Skin kategorisieren, so tut man sich etwas schwer. Einerseits Joy Division in den 70er Jahren, andererseits Minimalelektro, gemischt mit Bauhaus. Aber auf jeden Fall eine eindringliche, nicht zu verwechselnde Stimme, die sogar etwas nach Cinema Strange klingt. Mit teilweise Minimal-Elektro Einflüssen von Bands, wie „Click Click“. Laut und aggressiv, einschmeichelnd und hauchendzart werden die Eigenkompositionen von PiaPale vorgetragen. Mal schleudert sie ihre Wut dem Hörer ins Gesicht, ein anderes Mal verwöhnt sie ihn mit Streicheleinheiten.

Auf „Red“ wird hemmungslos mit Geräuschkulissen experimentiert, die an traumsequenzähnliche Partien erinnern. Schwer einzuordnen, ob es nun Klanglautmalerei ist oder einfach die Expression der eingesperrten Emotionen. Alles eher minimalistisch gehalten, trällert sie ihre Stücke, die sie stellenweise mit der Noise/Industrial Note würzt. Dabei bleibt sie dennoch dezent im Hintergrund.

„White“ schlägt da schon ganz andere Töne an. Die Musik ist ingesamt flotter und erinnert sehr stark an die früheren Ende 70er, Anfang 80er Wave-Musiker. Typische Retro-Drums mit einem osziliierenden Synthesizer und entsprechenden ganz typischen Minimalgitarren. PiaPale zeigt frühestens auf „White“, dass sie Musik sowohl demontieren, als auch wieder durch Symbiose zusammensetzen kann.

„Black“ ist von der Trilogie das eingänigste Album und führt das weiter, was mit „White“ begonnen wurde: die Musik wurde mehr ausgefräst, PiaPale modifiziert ihre Gesangsstimme deutlich, was meiner Meinung nach auch so beibehalten werden sollte. Die fiependen Synthesizer wurden hier gegen Keyboardflächen eingetauscht, was dem ganzen eine ganz andere Melodiequalität gibt und spätestens hier kann man die früheren Cinema Strange Einflüsse kaum überhören.
Das besondere an Compulsory Skin ist, dass die Solokünstlerin nicht kopiert, sondern der gesamten Trilogie ihren eigenen Stempel aufdrückt.

PiaPale hat hier wirklich jede Menge Arbeit investiert und es hat sich gelohnt: weg vom schwarzen Mainstream, hin zur mit Herzblut produzierter Trilogie, an die man sich am besten anhand der zahlreichen Hörproben auf der Homepage antasten kann.

Autor: Eniz

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