„Gib mir einen Namen“ war für Fusspils 11 1998 DER Hit und Tanzflächenfüller. Nun ist das Nebenprojekt von Funker Vogt und Ravenous mit dem Nachfolgealbum zurück.

Lange Zeit hat man von dem Nebenprojekt von Funker Vogt und Ravenous nichts mehr gehört. Seit dem Debüt „Gib mir einen Namen“ aus dem Jahr 1998 wartete nun die Gemeinde auf ein Folgewerk und Fusspils 11 konnte sich noch mit diversen Samplerbeiträgen auf den Wellenreiter in Schwarz noch im Licht der Öffentlichkeit bewegen.

Nun, sieben Jahre später, veröffentlichen Fusspils 11 am 28.02. „Elektro-Polizei“ mit komplett deutschen Texten und jeder Menge Coverversionen. So zeigen sich Fusspils 11 (F11) teilweise als Gute-Laune-Spaß Band, polarisieren allerdings mit den Eigenkompositionen auch ihre eigene Kreativität. Den charakteristischen Funker Vogt Gesang von Gerrit Thomas kann man sich hier leider auch nicht entziehen und so hat das neue Album schon einen Touch von Funker Vogt.

Wenn man schon einen Vergleich zu Funker Vogt zieht, dann kann man auch zeitgleich sagen, dass „Elektro-Polizei“ ein solides EBM/Elektro-Album geworden, was sehr gut tanzbar ist, teilweise etwas an den EBM/Elektrosound der Mittneunziger erinnert und ihn stellenweise parodiert, was sich gut an den Coverversionen heraushören lässt. Lustig ist das „So bist Du“ von Peter Maffay, was auch der verglühte Pop-Stern Oli P. mangels eigener Ideen gecovert hatte.
„Bodo Ballermann“ kenn ich als original von Udo Lindenberg nicht und kann auch nicht sagen, inwieweit die Ähnlichkeit herrscht.
Genauso das „Wem“ von Howard Carpendale oder das „Für Immer“ von Joseph F. Baldassare & Doro Pesch. „Wo die wilden Rosen blühen“ wird bei dem ein oder anderen ein Glöckchen zum klingeln bringen. Das Original von Nick Cave und Kylie Minogue wurde hier ins deutsche übersetzt.
Und ich muss sagen, dass man es lieber im englischen hören sollte. Der deutsche Text (dafür kann F11 auch nichts) hört sich sehr dämlich an.

Die Eigenkompositionen überzeugen da schon eher. Vor allem „Alles“ ist sehr getragen und meiner Meinung nach einer der stärksten Songs auf der CD. Schade nur, dass F11 nicht in dem Stil weitergemacht haben und die übrigen Lieder eher an Schlager erinnern. Würde dann auch gut zu den Coverversionen passen.
Das letzte Lied „Schenk ein!“ hätten sie sich auch sparen können. Ein Hau-Ruck-Hoch-Die-Krüge-Wir-Saufen-Uns-Einen-Weg passt irgendwie nicht auf so ein Album.

Fazit:
Fusspils 11 hatten sieben Jahre Zeit an dem Album zu feilen. Daher umso enttäuschender, dass „Elektro-Polizei“ eher mittelmäßig ausgefallen ist. Abgesehen von einigen Perlen, die dann wirklich gut und eingängig sind.
Aber es klingt etwas zu sehr nach Elektro-Schlager für meinen Geschmack.

Autor: Eniz

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