Yakooza aus Sassenholz sind eine deutschsprachige Band, die irgendwo zwischen Abwärts und EA80 angesiedelt sind und melancholischen Indi-Rock machen. Mit tiefsitzenden Texten und ausgearbeiteter Musik.

Dass gute Rockmusik nicht nur im Radio neben „Juli“, „Wir sind Helden“ oder „Silbermond“ auftauchen muss, beweisen „Yakooza“, die aus Sassenholz, genau zwischen Hamburg und Bremen kommen. Keine Newcomer im eigentlichen Sinne, bestehen sie doch schon seit 1994. Angefangen mit zunächst englischen Texten und nach einigen Bandmitgliederwechseln, existieren Yakooza seit 2003 aus vier Musikern, die da im Einzelnen wären: Steve (Vocals), Schoko (Schlagzeug), Dampffred (Bass) und Burn (Gitarre). Kaum zu glauben, dass es bereits die sechste Veröffentlichung ist. Aber nach eigenen Angaben sind die vier froh „was Gutes“ herausgebracht zu haben.
Und dem muss ich voll zustimmen. Die Demo-CD „Die Eitelkeit des Seins“, die jetzt ab Januar erhältlich ist, ist angelehnt an alte teilweise EA80, Abwärts und WiZo Sachen, aber ohne dabei in den Punkbereich abzudriften, sondern eher die Musik nachdenklich melancholisch zu halten. Vor allem der erste Titel „Wir sind frei“ beeindruckt beim jeden durchhören. Vermutlich sind Yakooza auch Schuld an meinem derzeitigen Ohrwurm.
Die Stimme von Steve klingt wie ein Tuck von Franz Z. von Abwärts und Axel von WiZo, aber nicht wie eine Kopie. Oder wie die Punk-Combo „Piddlers“, Anfang der 90er Jahre. Insgesamt eine Mischung von allem, dabei immer wieder im Hintergrund diese Melancholie, die immer mitschwingt und sich vom 3-Akkord-Lied deutlich abhebt.
„Die guten Tage“ – ein ruhig anklingendes Lied, was die Vergangenheit des einzelnen beschreibt und traurig nach hinten blickt – sowohl textlich als auch musikalisch. Auf die Texte muss man hier auch noch mal einen Augenblick verschwenden. Sie sind ausgeklügelt und nicht plump und regen zum Nachdenken an. „Der Weg zur Hölle“ hebt sich vom Rest etwas ab. Der Anfang klingt etwas wie Ska und entwickelt sich vom 4/4 Takt hin zum 3/4 Walzer mit einem Wutausbruch (der einzige auf dem Demo) vom Sänger Steve.
Ich habe mir sagen lassen, dass es ein Unding ist, so etwas zu tun, aber hier klingt es nicht nur originell sondern auch gut.
Abgeschlossen wird das Ganze mit „Hier unten“ dem ersten deutschsprachigen Song der Band, der bereits 2003 geschrieben wurde.
Originell auch das Cover der Demo-CD, die in Form einer 5,25 Zoll C64 Floppy Diskette gedruckt wurde und bei mir sogleich Erinnerungen an jahrelanges Maniac Mansion spielen erweckt hat.

Ein einziger Kritikpunkt bleibt allerdings: die CD ist mit knapp 19 Minuten und 4 Songs ganz einfach zu kurz. Klar, es handelt sich um eine Demo CD, aber erst den Mund wässerig machen und dann einfach so aufhören.
Gemeinheit!

Diskographie:
Unter Yakuza:
„Geisha’s Whip“ (4 Track Demo Kassette – ausverkauft) 1995
„Purple Haze“ (CD – ausverkauft) 1996

Unter Yakooza:
„Mrs. Longneck“ (4 Track Demo CD – ausverkauft) 2000
„Meet the Feebles“ (CD – ausverkauft) 2001
„Koi“ (erstes deutschsprachige Demo CD) 2003
„Die Eitelkeit des Seins“ (Demo CD)

Bandbiographie:
Als englischsprachige Band aus der Vorgängerband „Das kalte Bein“ hervorgegangen, gründen Jörg Dubielowski (Schoko), Björn Wichern (Burn) und Stefan Warnke 1994 „Yakuza“. Mit eingespielten Demos (siehe Diskographie) spielen Yakuza überall, wo sie nur konnten. Es folgte eine ausgiebige Konzertphase zwischen 1996 und 1998, wo sich Bassisten und Gitarristen von der Band verabschieden.
Seit 2000 nennt sich die Band „Yakooza“ und bestehen seitdem in ihrer heutigen Besetzung. Seit 2003 singen Yakooza in deutsch.

Hörproben und CD erhältlich unter www.yakooza.de

Autor: Eniz

Werbung
Redaktion
Unter diesem Benutzernamen werden Beiträge ehemaliger und freier Mitarbeiter zusammengefasst.