Nachdem dem Album „Mother earth“ die gebührende Anerkennung erst mit einer langen Verzögerung zuteil wurde, wartete man auf den neuen Silberling der Epic-Metaller um Sharon den Adel doch mit einer Mischung aus Verlangen und Spannung.

Und „The silent force“ ist einfach mehr als nur ein „Mother earth“-Nachfolger, da man sich in fast allen Bereichen fortentwickelt hat. Einen Teil hierzu hat sicher der Umstand beigetragen, dass man Martijn Spierenburg ins Komponistenteam geholt hat. Der Keyboarder der Band bringt Einflüsse hinein, die einem ein „Filmsoundtrack-Feeling“ verleihen. Überhaupt lässt „The silent force“ so manches mal Anklänge an Soundtracks im Stile des „Herrn der Ringe“ oder „Braveheart“ aufblitzen.

Unüberhörbar ist aber auch, dass „Within Temptation“ sich nun ganz einfach den Luxus erlauben können ein 80-köpfiges Orchester und einen Chor ihre Arrangements umsetzen zu lassen und so der Verwirklichung der Vorstellungen so gut wie keine Grenzen gesetzt wurden.

Ein weiterer Aspekt ist sicherlich auch der, dass Sharon den Adel an ihrer Stimme gearbeitet hat und nun noch mehr Emotionalität und Volumen rüberbringen kann. Hierbei sei jedoch der Wermutstropfen erlaubt, dass noch komplexere Arrangements sich wohl nicht mehr mit der Stimme auf dem derzeitigen Level vertragen würden. Noch kann Sharon sich sehr gut gegen die Wand aus Gitarren, Chor und klassischem Orchester durchsetzen; man hat allerdings den Eindruck, dass die Stimme sich jetzt und ohne professionelle Hilfe auf dem Zenit des Möglichen befindet.

Mit „The silent force“ ist Within Temptation ein unwahrscheinlich abwechslungsreiches Album gelungen, dass sich ganz sicher von der Masse der Goth-Metal-CDs abhebt. Wer progressiven Metal mit einer guten Portion Bombast mag, liegt mit „The silent force“ genau richtig.

Autor: Carsten

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