Bereits vor knapp zwei Monaten erschien die „Revenge“-EP, das Verbindungsstück von „Sound Pressure“ und dem nächsten Soman-Album.
Mit „Sound Pressure“ landete Soman eines der bisher treffendst betitelten Alben auf dem Markt und gab den Fans des härteren technoiden Elektro und Industrial ordentlich eins auf die Ohren. Der Titel ist das Programm des Debüts. Brachiale Collagen aus unübertrumpfbaren Bässen, treibendem Rhythmus und eingeflochtenen Filmzitaten zeigen, dass die technoiden Einflüsse in unsere Szene einbezogen anstatt ausgegrenzt gehören. Der Hörer unterzieht sich bei Soman einem Zwiespalt aus Vergnügen an ausgefeiltem Krach und dem Bewusstsein, dem eigenen Gehör nichts Gutes zu tun. Soman kann man nur laut hören, leise wirkt die Musik zum einen nicht, zum anderen macht sie auch nicht so viel Spaß.
Mit der „Revenge“-EP liegt die zweite Veröffentlichung von Soman vor. Das vier Titel umfassende Kleinod gibt für Nichtkenner einen gelungenen Überblick über die Art und das bisherige Schaffen des Soloprojektlers Kolja Trelle.
Das Eröffnungsstück trägt den bezeichnenden Namen „Ignition“. Gezündet wird in diesem Fall eine knapp 18-minütige Klangrakete, die stilistisch noch immer ihres Gleichen sucht. Wie oben beschrieben reißt Soman die Führung an sich und lässt uns erst nach fünf Minuten die Kontrolle über uns wiedererlangen.
Erstmals gibt es auch Gesang bei Soman, bisher waren lediglich Filmsamples zur Inhaltsgabe dienlich. Lahannya übernahm den Teil des melancholisch angehauchten Gesangs zum Stück „Tears“, von dem noch eine Instrumentalfassung auf der EP zu finden ist. Hier zeigt sich die ausdauernd musizierende Neigung von Kolja Trelle besonders deutlich. Endlos scheinende Wiederholungen bewirken bei Dauerhörern eventuell Verschleißerscheinungen hinsichtlich des Spaßes, aber die EP ist mit Sicherheit auch hier Vorbereitung und Vertröster bis zur nächsten Vollzeitscheibe, sodass dann wieder mit mehr Abwechslung zu rechnen ist.
„Revenge“ ist hier das Stück, auf das man lange gewartet hat. Es wird mit zitierten Einlagen nicht gespart und mittels eines pumpenden, bei entsprechender Lautstärke den Puls bestimmenden Gewitters von Musik werden sowohl das Trommelfell als auch der tanzende Körper an die Grenze der Auslastung getrieben.
Es wurde uns eine lohnende EP beschert, der das nächste Album hoffentlich gerecht wird. Die strenge Limitierung auf 1000 Stück sorgt neben dem akustischen Kaufzwang für die Aufnahme in die eigene Sammlung.
Titel:
1. Ignition
2. Tears (feat. Lahannya)
3. Tears (Instrumental)
4. Revenge
Autor: Michael












