Das langerwartete nächste Kapitel des Traumtagebuches wird aufgeschlagen. Diary of Dreams haben sich sebst wieder einmal mehr übertroffen und brachten am 25.10.04 ein überwältigendes und alles andere als enttäuschendes Album heraus, wofür sie sich nach „Freak Perfume“ zwei Jahre Zeit gelassen hatten.
Bereits die Vorab-Single „Giftraum“ stimmte den Hörer auf das kommende Diary of Dreams Album ein und schlug auch sogleich Ende August auf Platz 5 der DAC ein und kletterte bis an die Pole Position.
Heiß erwartet war dann das neue Album „Nigredo“, was seit dem 25. Oktober im Handel erhältlich ist. Adrian Hates zeigt hier wieder einmal eindrucksvoll, dass die nie enden wollende Melancholie ihren Höhepunkt erreicht. Musikalisch weiterentwickelt, aber dennoch den Diary-of-Dreams Stempel tragend, bietet „Nigredo“ sämtliche Elemente seiner Vorgänger, wenn nicht sogar in einer Qualität höchster Perfektion.
Und so präsentiert sich „Nigredo“ mit dem Opener „Dead Letter“, einer düsteratmosphärischen Ode an die Melancholie und Einsamkeit. „Giftraum“, die erste Singleauskopplung, schlägt ein Loch in diesen bedrückenden Opener und explodiert förmlich. Zwar nicht tanzbar, wie einst Traumtänzer, aber dennoch kraftvoll und original Diary of Dreams. Adrian Hates ist hier in Bestform. Nachdem sich „Kindrom“ und „Reign of Chaos“ flotter und aggressiver zeigen, folgt mit „Charma Sleeper“ ein langsamerer Song und eine für Diary of Dreams so typische und unverwechselbare Ballade, die vor Zorn und Verzweifelung nur so zerfließt. „Tales of the silent City“ führt das weiter und bildet letzendlich mit „Portrait of a Cynic“ das Ende dieses sehr ruhigen und traurigen Mittelteils von „Nigredo“.
Ab „UnMensch“ und „The Witching Hour“ geht diese Kurve linear wieder in Richtung Erwachen und Wutausbruch. Adrian Hates prangert die Unmenschlichkeit der Menschheit an.
„Krank:haft“ und „Cannibals“ sind dann die Wegbereiter für den eigentlichen Abschluss von „Nigredo“. „Mask of the Shame“ baut sich allmählich leise auf und endet in einem orchestralen Feuerwerk.
Und das ist dann auch ein sehr wichtiger Schritt für Diary of Dreams, die mit dem Einführen von klassisch-klingenden Instrumenten (Pauken, Steicher und Bombast-Orchester) in Sachen Weiterentwicklung sicherlich eine neue Tür für kommende Veröffentlichungen öffnen. Dieser Schritt gelingt nahezu perfekt und symbiosiert mit den aufgereiften Texten zu einem weiteren Meilenstein in der nun 10-jährigen Band- und 15-jährigen Musikgeschichte von Diary of Dreams und Adrian Hates.
Konzept und Stil sind gleichgeblieben, aber stagnieren nicht, sondern entwickeln sich weiter auf einem Niveau, die andere Bands desselben Genres niemals erreichen werden. Die unverkennbare Stimme von Adrian Hates, der auf „Nigredo“ Unterstützung von Diary of Dreams Ex-Zweit-Sänger und jetzigem Frontmann bei „Diorama“, erhält, runden das Album in perfektester Weise zu dem ab, was sie mit „Nigredo“ ausdrücken möchten:
Die Selbstaufgabe des Egos (Nigredo – Schwärzung) und letztendlich die Zusammenführung aller Gegensätze, deren Symbol der Rabe ist, der für die im Stadium der Schwärzung befindende Materie steht.
Für die Fans erstrahlt die streng limitierte Auflage mit einem buchähnlichem Booklet und einem mehrfach aufklappbarem Digi-Pack, was in einem besonderen Karton eingebettet ist.
Autor: Eniz












