Seit dem 1. Juni 2004 ist das Nebenprojekt von K.I.F.O.T.H. „The Last Influence Of Brain“ erhältlich. Die Dark-Elektro Combo bemüht sich dem Hauptprojekt zu entsprechen. Allerdings mit unterschiedlichem Erfolg.

Dass die Slowaken in Sachen Musik durchaus mit dem Rest der Welt mithalten können, bewiesen schon einst Laibach, die nach Jahren „W.A.T.“ 2003 herausbrachten und mit „Tanz mit Laibach“ die Tanzflächen zum überkochen brachten. Nicht aus derselben Reihe, aber topographisch ähnlich steigen „The last Influence of Brain“ seit dem 1. Juni 2004 mit ins Geschehen ein und bringen mit „Illusions and Reality“ ihr Debüt heraus. Das Nebenprojekt von K.I.F.O.T.H. (kneel in front of the hangman) zeigt hier, dass es in Sachen Dark-Elektro noch Erweiterungsmöglichkeiten gibt. Und so zeigt sich „The influence of brain“ griffiger, aber kommt nicht an K.F.O.T.H. dran.

Soundtechnisch gesehen unterscheiden sie sich nicht von EBM-Band XY. Der Schwerpunkt wurde auf Melodie und Musik gesetzt. So treten die verzerrten Vocals, wie sie in solchen EBM/Elekro Bands üblich sind, in den Hintergrund. „Das hat man schon alles einmal gehört“, denkt sich der Stammhörer.
Das Album kämpft sich von Track zu Track und weiß nicht zu 100 Prozent zu überzeugen. Es fehlen diese „A-ha-Effekte“, kein Track bleibt wirklich im Ohr hängen und sonderlich tanzbar ist auch keiner. Alleine der 11.te
Track „Escape“ überzeugt hier noch, da es aus der mittelmäßig produzierten der restlichen Tracks ausbricht und einen Befreiungsmoment auf der CD darstellt – vielleicht daher die Wahl des Titels…
Weniger Spieluhr-Geklimper auf der einen, und ein wenig mehr Vocals im Vordergrund auf der anderen Seite hätten aus der CD mehr machen können, als das Resultat hier zeigt.
Lichte Momente zeigen die Bonustracks. Meiner Meinung nach müsste Dark-Elektro so aussehen und die beiden Tracks überzeugen durch Energie und Sakralgesang und laden auch zum tanzen ein. Es scheint so, als ob der Rest der CD eine Art von Obstruktion ist und das Ende die Dilatation, wo die Depression endlich ausbrechen kann.

Aber dennoch: das polnische Label „Black Flames Records“ hat schon gut daran getan, sie unter Vertrag zu nehmen, wobei der Zugang schon erschwert wird und es nicht sofort ganz eingänig ist. Freunde von schnellem EBM oder solche, die Düster-Elektro á la Terminal Choice und dergleichen mögen, sollten vorher reinhören. Und daher schließe ich mit einem Tocotronic-Zitat ab: „Die Idee ist gut, doch die Welt noch nicht bereit“.

Autor: Eniz

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