Für den Preis einer E.P. und mit einer Länge von über 70min Spielzeit bedankt sich Xotox für die treue Fangemeinde. Am 14.06.2004 erscheint „Die Unruhe“ mit alten Liedern in neuen Gewändern und neuen Songs.
In Sachen Noise/Industrial sind Xotox schon seit 1998 dabei. Das Ein-Mann-Projekt um Andreas Davids konnte schon mit dem Debüt „Stückgut“ Erfolg verbuchen und die nachfolgenden (damals noch in Eigenproduktion und heute nicht mehr erhältlichen) Alben „Epos“ und „Monolith“ standen dem Debüt in nichts nach.
Das im Jahre 2002 erschienene „Silberfieber“ und das Minialbum „Nothing“ schlugen in den Clubs wie eine Bombe ein und Hymnen wie „Eisenkiller“ oder „Zwischenschicht“ ließen niemanden auf den Plätzen sitzen. Auf diversen Compliations und anderen Samplerbeiträgen ist Xotox allzeit präsent und zeigt, dass keine Stagnation eintritt.
Und so auch die am 14.06.04 erscheinende Limited Edition E.P. „Die Unruhe“ mit sage und schreibe 15 Songs, was ihr schon wieder L.P.-Charakter gibt (zum Preis einer E.P.). Leitfaden sind „Mechanische Unruhe“ und „Nasse Wände“, welche beide sehr populär in den Clubs sind und in 5 bzw. 2 verschiedenen Remixen daherkommen. Unter anderem ungewohnte Klänge von Absurd Minds sowie Bands wie Heimaterde und Cycloon konnten ihrer Kreativität uneingeschränkt freien Lauf lassen
Der Rest der E.P. beinhaltet vorwiegend neuere Songs mit einschlägigen Titeln wie „Minuszeit“, „Pumpe/Düse“, „Stammzellenforschung“, „Paderborn“, Gottlos“ und der Abspann „Dunkelheit“, der, wie der Name schon impliziert und verglichen mit den anderen Stücken, eher langsam ist.
Schnelligkeit und Brachialgewalt ist auch das Stichwort, was man bei der E.P. benutzen kann. Die Songs lassen einem keine Atempause und werden nur durch die eingestreuten Samples unterbrochen. „Die Unruhe“ ist ein reines Club-Album, was gut herüberkommt, wenn die entsprechende Atmosphäre stimmt und man ein entsprechendes Faible für solche Musik auch besitzt. Menschen mit feinmotorischem Hörwerkzeug werden die Hände über den Kopf schlagen und die, die es etwas gröber mögen, werden ihre helle Freude daran finden.
Erinnerungen an das legendäre P.A.L.-Album „Signum“ werden wach bei „Nasse Wände“ und technoid-instruelle Strukturen lassen den zur Maschine gewordenen Menschen nicht stillhalten.
Wie es immer bei Noise/Industrial-Projekten ist, hat alles eine Grenze. So auch bei Xotox. Irgendwann MUSS man sich eine Pause gönnen und abschalten. Die vielen verstörenden Sounds, die einen sehr leicht in Ekstase versetzen können, können einen auch genauso schnell ins Nirvana befördern.
Insgesamt aber ist es ein solides Noise/Industrial-Album geworden. Nicht nur die ganze Zeit Krach, sondern auch an einigen Stellen durchaus mit Melodie gewürzt.
Autor: Eniz












