Xandria aus Bielefeld versuchen, neben Nightwish und Within Temptation den Thron im Gothic-Himmel zu besteigen. Ob es Ihnen mit „Ravenheart“ gelingt?

Ein Windhauch aus Bielefeld umweht uns dieser Tage: Xandria aus Bielefeld veröffentlichten am 24.05. ihr zweites Album nach „Kill the Sun“ (2003) mit dem Titel „Ravenheart“. Der Musikclip zur gleichnamigen Singleauskopplung sollte eifrigen Konsumenten der hiesigen Musiksender MTV & VIVA2 hinlänglich bekannt sein, da dieser dort rauf und runter läuft. Thematisch selbstverständlich sehr gothicrockisch und für Fans von Theatre of Tragdy und von Liv Christine sowie Within Temptation und Nightwish sehr interessant, kommen Xandria doch schon sehr mit viel Bombast-Goth-Rock und der elfengleichen Stimme der Sängerin Lisa Schaphaus daher.

Das Album selber erschlägt einen zunächst mit viel Brimborium. Nicht, dass die Musik unbedingt schlecht wäre, aber manchmal wäre ein weniger mehr. Der Gesamteindruck des Albums ist eine Fülle von überdrehten Elementen. Zuviel von allem. Zuviel Elfengesang, zuviel an Reizüberflutung. Aber nun gut, schließlich ist das dann wieder eine Frage des Geschmacks, und Freunde der oben genannten Bands werden ihre helle Freude daran haben. Wobei aber angemerkt werden muss, dass z.B. Theatre of Tragedy einst mit Aégis anno 1998 a.d. es einfach besser gemacht haben. „Ravenheart“ hingegen springt auf diesen Zug auf und fährt Lacuna Coil und anderen hinterher.
Im Zuge der Goth-Rock Renaissance diesen und letzen Jahres (man siehe Evanescene, Nightwish, Within Temptation, HIM und letztendlich die Kollaboration von Oomph! mit L´Âme Immortelle) ist es eine weitere Band, die den modischen Neo-Goth von heute sicher zufrieden stellen wird.

Aber werfen wir mal einen Blick ins Innere.
„Ravenheart“ ist der erste Song der CD, der eingänig und unkompliziert daherkommt . „Messenger of Evil“ spielt mal hier, bald dort mit ein paar Klischeés. Am Schluß noch ein bombastischer Kirchenchor und das war´s.
„The Lioness“ beeindruckt doch schon am meisten und dominiert auf der CD als wohl bestes Stück. Eine hookige Keyboardfläche hat Wiedererkennungswert, sowie die „A Forrest“-Cure-Gitarre, die smoothig im Hintergrund mitoszilliert.

Bei dem Intro von „Back to the River“ waren Xandria wohl im Kurzurlaub in Indien und haben von dort ein Sitar mitgebracht. „Back to the River“ fließt dann auch effektlos an einem vorbei.
„Eversleeping“ ist eine Klavierballade. „Fire of Universe“ klingt wie Evanescence; der Vergleich drängt sich einem geradezu auf.
Ein wenig mehr Gas geben sie dann bei „Black Flame“, aber auch nichts Innovatives hier zu entdecken.
Und so könnte man immer weiter schreiben.

Fazit: Wie schon erwähnt: Andere Bands haben es vor- und besser gemacht. Wer Xandria mag, umso besser, aber für mich ist dieses Werk nichts weiter als eine weitere Gothic-Rock-CD, die keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Autor: Eniz

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