Der aktuell in den Kinos laufende Streifen „Van Helsing“ spaltet die Meinungen. Doch in einem Punkt scheinen sich viele einig: Der Soundtrack oder Score ist sehr gut gelungen, wenn nicht sogar einfach genial und das Beste, was man seit langem hörte…
Dass Filme heutzutage ohne einen anständigen Soundtrack fast nichts mehr wären, sollte mittlerweile vielen klar sein. In besonderem Maße erreichen dies einige wenige Komponisten, zu denen vor allem Danny Elfman und Alan Silvestri zu zählen wären. Letzterer erfreute uns mit der Musik zu „Van Helsing“ und macht den Film damit im Großteil zu dem, was er ist: eine rasende Achterbahnfahrt durch das finstere Transsylvanien. Die Bilder, Kulissen und Stimmungen des Filmes sind sehr beeindruckend, doch ohne die passende Untermalung würde eine derartige Atmosphäre nicht möglich sein.
Zum Komponisten: Alan Silvestri war anfangs vor allem als Komponist für Abenteuer- und Actionfilme tätig. „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“, „Predator“, „Abyss“ und „Forrest Gump“ stellen wohl seine beeindruckendsten und zugleich bekanntesten Werke dar. Erstgenannter führt uns lässig bis lustig, aber spannend gemeinsam mit Michael Douglas durch den Dschungel, in „Predator“ unterstützte Silvestris Musik kraftvoll Arnold Schwarzenegger bei seinem Verteidigungs- und Rachefeldzug gegen einen Außerirdischen und in „Abyss“ lernt Ed Harris von beklemmender Musik begleitet die Tiefen des Ozeans kennen und fürchten.
Später bewies Silvestri für „Roger Rabbit“, „Forrest Gump“, „Richie Rich“ oder „Der Tod steht ihr gut“ auch sein Talent für Komödien und arbeitete sich so zu einem der gefragtesten Komponisten hoch.
Seine Art, die Bilder auf der Leinwand musikalisch zu umgeben, ist einzigartig, So auch in „Van Helsing“:
Der Film lebt von ausufernden Actionsequenzen, plötzlichen Angriffen von Monstern, Heldentum und beeindruckenden Kulissen. Im passenden Moment pumpen Silvestris Klänge das Blut schneller durch die Adern, lassen den Zuschauer etwas vorausahnen oder geben ihm zu verstehen, dass er sich wieder entspannen kann.
Der „Van Helsing“-Soundtrack ähnelt in Vielem Werken wie “Predator” oder „Ricochet“. Das Publikum wird den größten Teil der Zeit von stampfenden Bässen eingenommen, die recht plötzlich und in Folge kommen, und so schnell nicht mehr aufhören wollen.
Als Zwischenspiel dieser dumpfen Untergrundmusik dient leise Musik, die sich hochspielt und zu Höhepunkten dieser pumpenden Rhythmen führt. Dieser Stil von Alan Silvestri war bisher unverkennbar und zieht sich wie ein roter Faden durch viele seiner Werke, was dem Reiz seiner Musik dennoch nichts nimmt.
Doch hier wurde das Gegenteil bewiesen: Silvestri hat sein musikalisches Repertoire ausgebaut und weiter als je zuvor ausgeschöpft.
Mittels Chorgesang verleiht er der Musik die passende mystische Stimmung, die dem Ende des 19. Jahrhunderts und vor allem den Figuren wie Dracula, Frankensteins Monster und den Werwölfen gerecht wird.
Weiterhin spielt er auf „Journey to Transylvania“ und „Transylvanian horses“ eine Gitarre ein, die diesen Stücken eine leicht Prise osteuropäischen Flairs verleiht und eine sehr gelungene Untermalung für den Ort der Handlung darstellt.
Zeitweise lässt „Die Mumie“ grüßen, aber schließlich handelt es sich auch um einen Abenteuerfilm, warum soll diese typische Abenteuerheldenmusik nicht auch dabei sein? Jedoch klingen diese Sequenzen im Stil der 80’er Jahre etwas kitschig, was man im Film gar nicht so sehr mitbekommt, sondern erst beim genaueren Hören des Soundtracks.
Beachtenswert ist, wie sehr die Musik vorantreibt, anstachelt, sogar fast motiviert. Man kommt in einen Sog, der einen nicht mehr loslässt.
Fazit: Mag der Film als gut oder schlecht gelten, mit diesem Soundtrack gelang wieder einmal ein Meisterwerk. Dieses ist erstaunlich facettenreich, durchdacht und auch ohne den Film völlig hörtauglich. Respektabler Volltreffer!
Titel:
1. Transylvania 1887
2. Burn It Down!
3. Werewolf Trap
4. Journey To Transylvania
5. Attacking Brides
6. Dracula´s Nursery
7. Useless Crucifix
8. Transylvanian Horses
9. All Hallow´s Eve Ball
10. Who Are They To Judge?
11. Final Battle
12. Reunited
Autor: Michael












