Nach über 10 Jahren im Stillen und als Geheimtip unter den DJ gehandelt, landen „Sleepwalk“ mit Ihrer neuen CD „Rapid Eye Movement“ einen großen Wurf. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie aus Ihren Schatten treten werden und uns mit einigen Endzeit-Electro-Perlen für die tanzwütigen unter uns bewerfen werden.
Nach „No Compromise“ und einer Retrospektive aus dem Jahr 2003 folgt mit „Rapid Eye Movement“ nun der nächste Streich der beiden Schweizer um Oliver Spring (lyrics, noice, voice) und Bruno Ruch (synthy, programming).
Klang „No Compromise“ noch etwas gradlienig, so bläßt gleich das Intro von „Sleepless“, was nur aus Geräuschen und Samples besteht, den aufmerksamen Hörer und seine Lautsprecher gleich vom Tisch und Stuhl. Eine Apnoe entsteht, kaum Zeit zum Luft holen, da „Lost in Hopelessness“ dem Blitz von eben wie der Donner folgt. Dort merkt man, dass Oliver Spring anno1996 an Suicide Commando´s legendärem „Fall Away“ mitgeschraubt hat. Depressiv schleicht sich der Song in die Gyren des Gehirns und läßt einen nicht mehr los.
Mit „Hackerstate“, dem dritten Stück auf der CD können nun die alten Tanzflächenknüller (hoffentlich) in Rente gehen.
Beim ersten Hören konnte ich Ahnlichkeiten einer Mischung von Hocico, Wumpscut und Suicide Commando herstellen. Und es freut mich, dass auch ein frischer Wind in den sonst so verstaubten Playlist in den Clubs entstehen könnte. „Hackerstate“ erzählt von Manipulation des modernen Lebens und der fortschreitenden Technik und hat einen sehr eingänigen, sich im Ohr festbeisenden Refrain.
„In my mind“ kommt als Tanzkracher daher ebenso wie „Behind the Horizon“ und wird sich hoffentlich etablieren.
Zur Ruhe kommt man dann mit dem Titelstück. Instrumental gehalten und mit Keyboardflächen bestückt, driftet man dahin (sozusagen wieder zurück vom Horizont).
Die Schweizer wissen auch zu überraschen. So hört man beim 10. Track „On the Run“ auch mal E-Gitarren. Ich persönlich bin von E-Gitarren, besonders in Verbindung mit elektronischer Musik ja nicht so begeistert. Aber anscheinend haben „Sleepwalk“ auch Gnade mit dieser Gattung Mensch und so hält sich das Lied dann nicht nur aus der Mischung Electro/Gitarre. Danke.
Der Rest klingt dann allmählich aus. Eine Art von alten Suicide Commando Sachen hört man noch raus, was ich sehr schön finde.
Alles in allem bin ich begeistert. Ein tanzbares Kleinod ist es geworden, was ich nur wärmstes Empfehlen kann.
Autor: Eniz












