Wie meine Kollegen Frank und Matthias schon in den News ankündigten: Oomph! sind zurück! Mit ihrer EP „Augen auf!“, die seit dem 12.01.2004 in den Läden rare Ware ist, starten die Electrometaller wieder durch…
Es ergab sich für mich der glückliche Umstand, sogar die limitierte Maxi in die Finger zu bekommen. Diese wurde jedoch aufgrund der hohen Nachfrage am 22.01.2004 erneut in die Geschäfte gestellt. Sie kann gegenüber der „normalen“ Maxi mit zwei weiteren Liedern, insgesamt fünf neuen Arbeiten, aufwarten. Neben dem Titelstück und einem Freizeichen vs. Oomph -Mix des Singletracks befinden sich die Lieder „Dein Feuer“, „Burn Your Eyes“ und „Eisbär“ auf der Auskopplung.
Im ersten Moment ist das Cover etwas abschreckend. Es erinnert mich optisch sehr an diverse New-Metal-Bands, was mich ziemlich zu dem Schluss brachte, dass Oomph! zukünftig auch entsprechend klingen würden.
Doch weit gefehlt, die Braunschweiger bleiben ihrem Musikstil und damit sicher auch ihrer Fangemeinde treu. Ich bin jedoch kein eingefleischter Fan (ich höre Oomph! einfach gern) und kann daher nicht ganz die Nuancen vergleichen, die sich hier vielleicht ein Hardcore-Oomph!-Fan erhofft und zur Beurteilung in Betracht ziehen würde.
Alle Lieder, der Mix ausgenommen, klingen meines Erachtens üblich nach Oomph!, bohren sich in sämtliche erreichbaren Gehirnwindungen und richten sich dort häuslich ein. Hier verbirgt sich absolutes Hitpotential!!! Doch nicht nur die alten Fans und Szenezugehörigen werden ihren Spaß an der Scheibe haben. Wenn man den mittlerweile recht rockigen Mainstream sieht, würde ich sogar behaupten, nicht verwundert zu sein, Oomph! einige Wochen unter den Top Ten der „Normalo-Charts“ vorzufinden. Dies soll jedoch nicht heißen, dass sich das Trio zugunsten eventueller Finanzen angepasst hat. Mit dem alten Stil treffen Oomph! einfach den musikalischen Geist der heutigen Zeit.
Doch der Gesang mutet zeitweise etwas ungewöhnlich an. Bei einem der Lieder hatte ich glatt das Gefühl, die „Böhsen Onkelz“ hätten ihren Teil beigesteuert. Auch sonst klingt Sänger Dero etwas anders als üblich.
Der große Aufmacher „Augen auf!“ hinterlässt für mich einige Rätsel. Bisher empfand ich die Texte der alten Sachen als hintergründig, doch auf diesen Text kann ich mir absolut keinen Reim machen. Im Zusammenhang mit dem bereits veröffentlichten Video steigt meine Verwirrung nur noch. Ob sich die bisherigen Fans damit abfinden können, dass Oomph! jetzt niveaulos scheinen, ist fraglich
Zu „Dein Feuer“ und „Burn Your Eyes“ gibt es nicht viel zu sagen, es ist einfach typisch Oomph!.
Als besonderen Bonus empfinde ich die Coverversion des NDW-Hits „Eisbär“. Schon das Original von Grauzone hatte einfach etwas… Etwas Melancholie, eine fast monotone Stimme, die die Tristheit des Daseins noch unterstützt und einfache Klänge machten diese Mischung zum Hit. Die Coverversion kommt in den Grundzügen ähnlich daher, jedoch einen Tick aggressiver , wie es eben Oomph!-typisch ist. Dennoch ist dies ausnahmsweise kein verfälschter oder verstümmelter Oldie, vielmehr bekommt das Lied dadurch eine ganz andere unbeschreibliche Atmosphäre.
Der Freizeichen vs. Oomph!-Mix von „Augen auf!“ jedoch hat mich ganz einfach enttäuscht. Zum einen durch einen ganz anderen Klang der im Original dominierenden Stimme und zum anderen der durch untypische Bässe unterdrückten durchgestylten Melodie und Kraft der Oomph!-Hits wirkt der Titel sogar regelrecht akustisch entstellt.
Da bereits auf der EP vier Lieder enthalten sind, die sich wie viele Kompositionen der Band kurzzeitig als Hit und auf Dauer als Klassiker entpuppen werden, wird die Warterei auf das Gesamtwerk grausam verlängert. Ich erwarte das Ergebnis mit Spannung. Deshalb einmal mehr: Willkommen zurück!
Autor: Michael












