Den Rückenwind, den ASP derzeit erlebt könnte starker nicht sein. Das neue Album auf Platz 2 in die Charts geschossen, eine langerwartete Tour und auf der Titelseite sämtlicher schwarzer Magazine prangt jedem das ASP Konterfei entgegen. Beste Voraussetzungen für einen kurzweiligen Konzertabend also. Die Fans waren natürlich gespannt, wie sich die neuen Songs nun live anhören würden und so war eine knisternde Stimmung in Potsdam spürbar.
Als Intro wählte man „Augenaufschlag“, der ansatzlos in den Song „Die Kreatur Mit Der Stählernen Maske“ überging, ehe ASP mit gewohnt warmem Worte die Fans begrüßte. Ein ungewöhnlicher Auftakt, aber diese Band ist immer noch für eine Überraschung gut. Der nächste Song kam den meisten Supportern dann doch etwas vertrauter vor und so wurde zu „Wechselbalg“ das erste Mal anständig getanzt und gefeiert. Ein alter, aber unverzichtbarer Song ist definitiv „Kokon“ aus den Anfangstagen der Band. Die Meute verwandelte sich ein einen tanzenden Pulk, der immer wieder durch die harten Bässe angeheizt wurde. Etwas sanfter ging es dann mit der „Aufbruchstimmung“ und dem „Wanderer“ weiter, ehe man das Stück „GeistErfahrer“ von der gleichnamigen EP dem Auditorium darbot.
Ein Highlight in der Geschichte der Band ASP war zweifelsohne die Vertonung des Ottfried Preußler Buches „Krabat“ und so spielte man passenderweise auch gleich den Titelsong „Krabat“. Die Fans lieben diese Werke und zeigen es bei jeder Gelegenheit. Ein weiterer unverzichtbarer Teil eines jeden ASP Konzertes ist der „schwarze Schmetterling“, wurde damit doch der legendäre Zyklusbegründet, der erst vor wenigen Jahren durch den „Fremd“-Zyklus abgelöst wurde. Nichtsdestotrotz hat dieser Song im Herzen eines jeden ASP Fans. Dann wurde es kälter, ASP spielte, passend zu dem wechselhaften Herbstwetter den Song „Eisige Wirklichkeit“. Ebenfalls ein neueres Werk, das bei den Fans aber extrem gut ankommt und amtlich abgefeiert wurde. Mit dem Klassiker „Und wir tanzten“ ging es auch direkt ohne Pause weiter. Zu diesem Song muss man keine weiteren Worte verlieren, eine Hymne schlechthin. Nach den letzten Klängen wurde man sofort wieder in die Gegenwart katapultiert und es erklangen die ersten zarten Akkorde von „Carpe Noctem“. Ein nicht ganz umstrittener Song aus dem Hause ASP, allerdings sicher eine der stärksten Kompositionen, die diese Band bisher abgeliefert hat.
Mit „Ich bin ein wahrer Satan“ und der „Weichen(t)stellung“ leitete ASP, der diesen Abend gekonnt moderierte zum legendären Konzertgebet, ehe mit „Schwarzes Blut“ endlich wieder Vollgas gegeben wurde und die Temperaturen in der Halle langsam, aber sicher den Siedepunkt erreichten. Nach einer kurzen Pause und den obligatorischen „Wir wollen brennen“-Rufen, gaben sich die Jungs dann nochmal die Ehre und spielten „Rücken an Rücken“, ehe das legendäre und unverwüstliche „Ich will brennen“ dem Auditorium dargeboten wurde. Der Siedepunkt war erreicht und alles feierte diese kleine Band ab, die im nächsten Jahr 15jähriges Bestehen feiern wird. Da man im Hause ASP die Fans aber gern fordert, wurde die nächste Hymne gleich nachgeschoben. „Werben“ erklang und nun gab es kein Halten mehr. Der Saal kochte, als sich mit einem Mix aus „Per Aspera Ad Aspera“ und „Die Klinge“ der Abend dem Ende neigte.
Fazit: Die neuen Songs kommen gut und kraftvoll rüber und werden auch vom Publikum angenommen. Die Mischung aus alten und neuen Songs passte für die „Maskenhaft“-Tour. Die Band in bester Spiellaune, was braucht das schwarze mehr?



















