Da soll doch mal ernsthaft jemand behaupten, dass wahrhaft klappsen-reifer Industrial-Rock aus deutschen Landen unter „unmögliches Unterfangen“ zu verbuchen ist…. Das ich nicht lache! Die Jungs von Limbogott jedenfalls bewiesen uns mit ihrem frisch erschienenen Debutalbum „One Minute Violence“ nicht nur ihr ausnehmendes musikalisches Talent, sondern hauen mächtig auf die Zwölf, sowohl auf der Platte, wie auch auf den deutschen Bühnen. Vom allseits bekannten Sonic Seducer jüngst als „Industrialrock Highlight des Monats“ gepriesen, begaben sich die Herren, unterstützt von ihren Labelkollegen Lluther (siehe auch unser vorangegangenes Interview), auf deutsche Promotour. Wir ließen es uns aus gegebenem Anlass auch nicht nehmen, ihnen ein paar Dinge rund um das musikalische Phänomen des Limbogottes zu entlocken…
Shirin: Zuallererst einmal: Wie geht´s Euch denn? Hat Euch die Show am Mittwoch in Bochum Spaß gemacht ?
Limbogott: Hallo, uns geht es gut! Die Show in Bochum war definitiv der Knaller! Danach waren wir natürlich ein bißchen ausgepowert, aber ein guter Gig macht immer Spass und mittlerweile sind wir wieder fit! Wie solls auch anders sein….
Shirin: Seid Ihr schön nervös in Bezug auf Euren Auftritt gewesen, oder ist Lampenfieber generell eher nicht so das Thema bei Euch?
Limbogott: Meistens haben wir gar keine Zeit um nervös zu sein. Ein kleines bißchen Lampenfieber ist immer dabei und selbstkritisch sind wir auch alle . Ich denke, diese Anspannung motiviert uns , live alles zu geben .
Shirin: Ihr habt ja im Januar diesen Jahres Euer Debutalbum „One Minute Violence“ veröffentlicht und seid mit Eurer Musik wahrhaftig eingeschlagen wie eine Bombe…. Ich habe aber gelesen, dass Ihr schon lange vorher musikalisch aktiv ward – Lars und Limbosonic haben meines Wissens nach ja sogar mit einer soundmäßig recht „Cure-lastigen“ Combo namens „The Caves“ angefangen. Mich würde mal interessieren, wie diese Entwicklung in den letzten Jahren genau von statten ging – sprich: Wie Ihr überhaupt ans Musikmachen gekommen seid und wie aus den Caves dann letzten Endes Limbogott geworden ist…..
Limbogott: Wir machen alle schon seit einiger Musik in verschiedenen Projekten, da waren The Caves „nur“ eine Station. Damals entstanden erste Ideen und erste Kontakte. Letzten Endes formierte sich der Limbogott dann etwas später, ohne das wir ahnen konnten, was draus werden würde.
Shirin:Euer Sound ist ja nun doch recht provokant und kompromisslos und beinhaltet stetige Wechselbäder zwischen Aggression und Melancholie…. Mich würde interessieren, was Euch dazu bewogen hat, solche Musik zu machen. Ich meine, es werden doch sicherlich auch persönliche Erfahrungen und Emotionen in Euren Songs verarbeitet, oder nicht?
Limbogott: In unseren Songs geht es eigentlich ausschließlich um persönliche Erfahrungen und Emotionen. Wir sind keine politische Kapelle, welche es sich anmaßen würde, den Zeigefinger zu heben….. Der ewige Wechsel zwischen Gut und Böse , wie auch die provokante Seite des Limbogottes, sind wahrscheinlich nur unsere Reaktionen auf unser verkacktes Umfeld.
Shirin: Hängt Euer ausgefallener Bandname auch irgendwie mit den Inhalten und Emotionen in Eurer Musik zusammen? „Limbo“ ist doch quasi so etwas wie eine „Zwischenstation“ zwischen Himmel und Hölle, in welcher die Zeit stillsteht, sämtliche Seelen eingefroren werden und somit vollkommen stagnieren, richtig?
Limbogott: Ich sag mal, wenn du das sagst…;-) Hast du gut erkannt, dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.
Shirin: Was ich recht faszinierend finde, ist die Tatsache, dass Ihr zwei Sänger habt, welche stimmlich jeweils entweder den Agressiven oder den Melancholischen Part übernehmen. Das gibt es ja nicht unbedingt so häufig… Wie ist es dazu gekommen?
Limbogott: Diese Frage ist eigentlich auch schnell beantwortet: Lard Mason´s Talent liegt im shouten (und damit meine ich auch shouten!!!), während der Herr Limbosonic für die melancholischen Gesanglinien geboren wurde. Gelegenlich werden die Rollen bewusst getauscht, so haben alle was davon.
Shirin: Was den Entstehungsprozess Eurer Musik angeht, würde ich gern wissen, wie das bei Euch abläuft…. Gibt es für jeden quasi so etwas wie „feste Aufgaben“, einen sich immer widerholenden Ablauf, oder entstehen Eure Songs eher spontan beim Jammen oder ähnlichem?
Limbogott: In den Jahren, in denen wir zusammen Musik machen, hat sich eine gewisse Arbeitsweise entwickelt. Die Stücke entstehen am Rechner und werden dann herumgeschickt, um dann schliesslich im Studio
den letzten Schliff zu kriegen.
Shirin: Ihr seid ja noch recht „frisch“ im großen Musikgeschäft…. Macht Ihr hauptberuflich noch andere Dinge, um Euren Lebensunterhalt zu finanzieren?
Limbogott: Klar, wir arbeiten alle in diversen Berufen. Heutzutage von der Musik zu leben, ist extrem schwer und ein dickes Konto inkl. fettem Jeep ist noch in weiter Ferne.
Shirin: Ihr habt Eurer Debut „One Minute Violence“ ja meines Wissens nach komplett alleine produziert – was ich gleichermaßen beeindruckend wie auch recht risikoreich finde. Wieso habt Ihr Euch entschieden, das so zu machen?
Limbogott: Wir sind alles Soundtüftler und haben uns über die Jahre ein eigenes Studio aufgebaut. Da lag es natürlich nahe, alles selber zu machen und wir haben es als Herausforderung angesehen. Risikoreich war es eigentlich nicht, da wir alle ein gutes Gefühl dabei hatten und uns auch von unserem Label die entsprechende Referenz holen konnten.
Shirin: Um einmal auf Eure Live-Aktivitäten zu sprechen zu kommen: Ihr habt ja dieses Jahr u.a. auch auf dem M´Era Luna Fesitval gespielt – was ja schon ein recht großes Event darstellt. Wie habt Ihr diese „Premiere“ in Erinnerung? Hat es Spaß gemacht – obwohl Ihr recht früh spielen musstet?
Limbogott: Ja das Mera Luna war der Hammer. Es macht enorm Spaß, auf Festivals dieser Größe zu spielen.Wir waren die dritte Band auf der Hauptbühne an diesem Tag und es war unglaublich, was vor der Bühne schon los war. Noch unglaublicher war es, zu sehen, wie die Menschenmasse innerhalb von Minuten größer und größer wurde…. Das Mera Luna war schon eine runde Sache!
Shirin: Gab es in der Vergangenheit auch schon irgendwelche Gigs im Ausland, oder sind in Zukunft welche geplant?
Limbogott: Im Moment planen wir eine Tour durch Irland und es gibt Anfragen aus Frankreich und Südamerika. Wir wollen mal sehen, was die Zukunft bringt…
Shirin: Habt Ihr ein „Wunschland“, in dem Ihr gern mal auftreten würdet?
Limbogott: definitiv: Japan
Shirin: Ich finde Eure Promopics und Eure Bühnenoutfits ebenfalls recht originell – woher kommen die Ideen dafür? Schminkt Ihr Euch vor Auftritten noch selber?
Limbogott: Die Outfits auf den Fotos und auch live sind eigentlich alle improvisiert. Angepinselt wird sich auch selber.
Shirin: Ja, und last but not least, würden mich noch Eure bandspezifischen Zukunftspläne interessieren – gibt es irgendwelche besonderen Ziele, die Ihr Euch für die nächste Zeit gesetzt habt oder plant Ihr ein zweites Album?
Limbogott: Das absolute Ziel ist das zweite Album. Wir werden die nächste Zeit alles an Energie und Kraft dort hinein fließen lassen… Ansonsten planen wir an diversen Auftritten und einer weiteren Tour.
Shirin: Die letzten Worte an unsere Leser gehören wie oftmals Euch allein ;-) :
Limbogott: Have a good time all the time!
Das soll es dann auch schon gewesen sein! Vielen Dank für das Interview und alles alles Gute für die Zukunft wünsche ich Euch!
Autor: Shirin












