Body Armour aus London werden im Sommer ein neues Album herausbringen. Die beiden Engländer Piotr und Laura machen seit 2001 in dieser Formation Musik, die sich in den Bereich des Synthie-Pop/EBM/Gothic einordnen lässt. Laura Friday war so freundlich und stand mir Rede und Antwort.
Eniz: Hallo Laura. Danke, dass du bereit warst, auch im Namen von Piotr dieses Interview zu geben. Du und er machen das Projekt „Body Armour“. Seit wann macht ihr Musik?
Laura: Wir sind zusammen seit Dezember 2001, aber jeder von uns war in früheren Zeitaltern immer im Komponieren und Performing involviert.
Eniz: Was war das? Und was hast du gemacht, bevor du mit ihm Body Armour ins Leben gerufen hast? War es das selbe Genre?
Laura: Peter war in einigen Metalbands und spielte Schlagzeug und komponierte auch nebenher die Synthie/Electro Musik. Aber es wurde nichts veröffentlicht.
Ich kollaborierte mit anderen Musikern, aber auch dort wurde nichts Ernsthaftes veröffentlicht. Es war mehr ein Hobby.
Mit Body Armour nahm das alles Form an, als wir uns begegneten. Wir haben momentan auch unsere normalen Jobs und machen Musik, soviel wir können. Das ist das, was wir mögen.
Eniz: Lag ich falsch, als ich las, dass Peter sich selbst „Piotr“ nennt? Sein richtiger Name ist also Peter?
Laura: Er kommt ursprünglich aus Polen. Daher nennen wir ihn in England „Peter“. Das ist leichter.
Eniz: Ich verstehe. Jetzt weiß ich ein wenig mehr, wie die Engländer polnische Namen aussprechen.
Stichwort London: Du bist aus dem Süden von London. Der Wiege des Punk und des Waves. Magst du es, dort zu leben und glaubst du, es ist ein guter Nährboden für die Musik, die ihr macht?
Laura: London ist großartig für neue Bands, aber unglücklicherweise nicht für die Gothic/EBM Szene. Diese Art von Musik ist immer noch sehr sehr „underground“. Es ist eigentlich egal, wo genau du lebst. Die Chancen gibt es überall.
Eniz. Wie kam es, dass du und Peter euch entschieden habt, gerade diese Art von Musik zu machen?
Laura: Weil beide Synthesizer und Musiktechnik lieben. Und Peter ist sowieso Musikproduzent und wir beide mögen elektronische Sounds.
Eniz: Ich habe mir kürzlich euer 2002er Album „No More Lies“ angehört. Es ist eine Art Mischung aus Synthie-Pop und Gothic. Das ist eine recht interessante Mischung. Es erinnert mich irgendwie an The Eternal Afflict und etwas an Second Decay… Befürchtest du, dass die Leute sagen: „Hm… das klingt wie TEA und so…”?
Laura: Nein, überhaupt nicht. Du musst alle Arten von Kritik akzeptieren und was immer die Leute auch denken mögen, wir sind da offen.
Eniz: Wie lange brauchtet ihr, um „No More Lies“ fertigzustellen? Und wie habt ihr euch gefühlt, als ihr die erste Kopie in den Händen hieltet?
Laura: Wir nahmen das erste Album in weniger als einem Monat auf. Wir beide waren so ungeduldig, das Album zu Ende zu bringen. Es war aufregend, das Album zu promoten. Wir haben es überall und jedem geschickt. DJ’s, Magazinen… Wir sind glücklich damit, aber da sind immer wieder Dinge dabei, die man im nachhinein besser hätte machen können. Es ist so typisch…
Eniz: Zum Beispiel? Klingt so, als ob ihr mit dem Resultat unzufrieden seid…
Laura: Oh, nein gar nicht. Nach dem es fertig war und wir es uns anhörten, kamen mehr Ideen, die man hätte verwenden können. Aber dann war es schon zu spät.
Eniz: Oh, okay. Habt ihr auch Exemplare nach Deutschland geschickt? Und wie waren die Reaktionen?
Laura: Wir haben auch welche nach Deutschland geschickt. Es gab einige Reviews und Feedback von DJs. Es war alles sehr positiv. Vielen Dank an alle.
Eniz: Was sind eure nächsten Pläne? Ist ein neues Album in Sicht?
Laura: Oh, ja. Wir nehmen gerade ein Mini-Album auf. Es wird voraussichtlich Mitte Sommer erscheinen. Und dann werden wir auch wieder Promotion machen. Immer wieder und wieder. Dieses mal haben wir einige Gitarren mit drauf.
Eniz: Also, Synthie/EBM/Gothic plus Gitarren. Hört sich recht interessant an. Ich vermute, dass Peter die Gitarren einspielt? Ich hoffe, es wird kein EBM/Synthie-Metal-Album ;)
Laura: Ha ha ha. Nein, überhaupt kein Metal. Nur etwas mehr Interessantes und was Groovigeres. Und ja, Peter spielt die Gitarren.
Eniz: Wie wird der Titel des Albums lauten?
Laura: Das haben wir noch nicht entschieden.
Eniz: Kommen wir zurück zu “No More Lies”. Im Booklet habe ich einige zerbrochene Schriftzeilen gesehen, wie z. B. „love and hate screaming inside“ oder „you are like a virus that spreads around“ und so weiter. In einem Wort: ziemlich viele enttäuschte Gedanken. Reflektiert das deine Erfahrungen?
Laura: Ein Mix von allem, das ist das Leben, nicht wahr?
Eniz: Speziell deins? Immerhin sind die Texte von dir…
Laura: Von beiden, denk ich.
Eniz: Ist Schreiben für dich eine Art „Auto-Therapie“?
Laura. Je nach Laune kann es sein, ja.
Eniz: Kommen wir ein wenig auf England und Deutschland zu sprechen. Ich frage Künstler gerne, die nicht aus Deutschland kommen, was sie über Deutschland denken…
Laura: Ich war da schon sehr oft und war wirklich von der Musikszene, den großartigen Festivals, den netten Parties und den freundlichen Menschen beeindruckt. Wir mögen das alles sehr.
Eniz: Warst du auf irgendeinem Festival letztes Jahr?
Laura: Nur in Leipzig.
Eniz: Wie war es und was hast du dir angeschaut?
Laura: Es war unglaublich! Wir haben uns Terminal Choice, Suicide Commando, SITD usw., angeschaut. Wirklich sehr viel.
Eniz: Und welche Band hat dir am meisten gefallen?
Laura: Terminal Choice – das ist die Top-Band für mich!
Eniz: Wir haben nun viel über Konzerte von Bands gesprochen. Wie siehts für Body Armour aus? Hattet ihr die Möglichkeit, vor einem größeren Publikum zu spielen?
Laura: Wir haben nur ein Konzert in London gegeben. War wirklich sehr klein.
Eniz: Ich hoffe, es war nicht euer letztes Konzert. Habt ihr Irgendwelche Pläne in dieser Richtung?
Laura: Ich will es hoffen. Promoters, kontaktiert uns bitte!!!
Eniz: Ja, das wars dann auch schon. Ein letztes Wort für den Rest?
Laura: Danke für die Zeit, die ihr euch genommen habt und haltet die Augen offen für unser neues Album. Knuddel to all.
Autor: Eniz












