Compulsory Skin´s Regulation-Trilogie wird demnächst veröffentlich, eine Rezension über die drei Scheiben könnt ihr bereits bei uns lesen. Um weiter ins Detail zu gehen, hat sich Valeska aka PiaPale freundlicherweise bereit erklärt, einen Einblick hinter ihr Schaffen zu geben.

Eniz: Hallo PiaPale… seltsamer Künsterlname zunächst. Wie kam der zustande und wer
steckt dahinter?

Valeska: PiaPale ist von meinem ehemaligen Domina-Namen LADYPiaPale übernommen. Der
wiederum sollte devote aber auch dominante Assoziationen zugleich wecken, da fand ich
den Lolita-ähnlichen und unschuldigen Touch von Pia sehr passend und die Blässe sollte
das Ganze abhärten… nenn mich aber gern auch Valeska..

Eniz: Du hast vorher in anderen Bands mitgewirkt, wie zum Beispiel „BolloxNoddy“ und
„Primitive21“. Letzteres erinnert mich sehr stark an „Trisomie21“. Gibt es in der Hinsicht
irgendwelche Parallelen?

Valeska: Nein, der Name hatte damit nichts zu tun, es war eine Punk´n´Roll-Band, die um die Jahrtausendwende existierte und den Punk ins 21.Jahrhundert transportieren sollte.

Eniz: Inwieweit unterscheiden sich diese oben genannten Gruppen von dem, was du nun
herausgebracht hast?

Valeska: Nun, bei CompulsorySkin kann ich mich komplett ausleben, es gibt keine Kompromisse und
es ist mein Fluchtort, an dem ich hemmungslos experimentiere. Dies ist auch der einzige
Rahmen, den ich CoS gesetzt hab..

Eniz: Das ist ja jetzt dein erster Gang als Solo-Künstlerin und du hast gleich 3 CDs
veröffentlicht. Regulation „Black“, „White“ und „Red“. Fandest du es nicht gewagt,
gleich eine Trilogie in den Äther zu schicken?

Valeska: Gewagt hin oder her, kommerziell gesehen vielleicht, aber die Trilogie gehört zusammen, ist
über die Zeit zusammengewachsen und kann somit nicht auseinandergerupft werden..

Eniz: Oder hattest du soviel Material zusammengesammelt, dass es eine Trilogie werden
musste?

Valeska: Dies war ebenso der Fall, über die Jahre hatte sich ungemein viel angesammelt, was ich
loswerden wollte. Als es dann an die Zusammenstellung ging, wurde mir klar,dass ich mich
nicht auf eine VÖ beschränken kann.

Eniz: Von der Thematik bzw. vom Aufbau her fängt es mit der „Red“ eher ruhig an
und steigert sich mit der „White“ und bricht dann mit „Black“ richtig aus und findet seinen
Höhepunkt. Aber ich vermute mal, je nach dem in welcher Reihenfolge man es hört, könnte
man es auch so deuten, dass es auch ein „Runterbringer“ sein könnte. Welche Absicht hat
für dich ganz persönlich hinter dieser Trilogie gestanden und in welcher Reihenfolge sollte
man sie „lesen“?

Valeska: Eigentlich beschreibt die Trilogy einen seelischen Kampf, der über mehrere Etappen geht, erst
kommt alles Aufgestaute ans Tageslicht, Wunden brechen auf, man kämpft mit sich selbst..
solche Zustände sind auf der „Black“ beschrieben, dann wird es entspannter, man schafft ein
paar Befreiungsschläge und gibt sich hoffnungsvoll dem Optimismus hin, schwelgt in melancholischer Sehnsucht auf der „White“, um dann erschöpft aber befriedigt in „Red“, in eine
träumerische Stimmung zu verfallen, in welcher Genuss die grösste Rolle spielt.. dann aber
beginnt der Kampf wieder von vorn…

Eniz: In einem anderen Interview, bevor du die Trilogie veröffentlicht hast, sprachst du nur
von einem „Red“ bzw. einem „Black“ Album. Wie kam es, dass du mit „White“ noch eine
Schippe Kohlen in den Ofen geworfen hast?

Valeska: Mir sind einerseits ein paar Songs „dazwischengekommen“, andererseits wurde so die Geschichte
schlüssiger, auch durch eine dadurch neu entstandene Reihenfolge.

Eniz: In deinen News las ich, dass man dich fragte, ob du nicht als Gastsängerin mitwirken
möchtest. Darf man fragen, wer dort angefragt hat oder ist das noch geheim?

Valeska: Oh ja, da hat sich eine Menge ergeben, aber letzlich rede ich doch lieber erst drüber, wenn
die Aufnahmen gesignt sind, aber ich kann sagen, es sind 2 höchst aufregende Musiker!!

Eniz: Desweiteren steht geschrieben, dass du nach weltweiten Anfragen so geschockt
warst, dass du erstmal zwei neue Songs schreiben musstest. Da frage ich mich: Was hat dich
so schockiert, dass du gleich nahezu 30 schreiben musstest?

Valeska: (lach) ohohoh.. schwer zu sagen.. eine Menge! Das Leben an sich nimmt mich täglich ganz schön
mit (wen nicht) und wenn´s da mal „eintönig“ wird, dann mach ich meinen bunten Kopf an (grins).
Na, aber frag mich nicht, wo das herkommt, sind halt lauter Songs da, die raus wollen (und sonst einfach in Ohrwurmmanier abnerven, bis ich sie aufgenommen hab).

Eniz: Auf der CD sind neben deiner Stimme noch recht viele Instrumente zu hören. Deine
Homepage gibt leider keine Infos zu eventuellen Musikern heraus, die dir dabei geholfen
haben. Hast du alles alleine eingespielt und falls nein, wer hat dich so tatkräftig unterstützt?

Valeska: Was die Instrumente betrifft, die hab ich alle selbst eingespielt. Ich bin Autodidakt und immer
scharf drauf, ein neues Instrument auszuprobieren und zu lernen, gerade analoge Synthesizer haben es mir angetan..

Habe grad das Akkordeon meines Opas bekommen, meine Güte, das
ist vielleicht Wahnsinn! Wenn man das spielt, vibriert dein ganzer Körper und du spürst es
„atmen“, bringst es ja sogar dazu, wie eine tragbare Kirchenorgel!! Ein Wahnsinnssound!!

Eniz: Was auffällt sind die zahlreichen Fotos im Bereich „Galerie“, die nachträglich mit allen
möglichen Effekten bearbeitet wurden. Mal über-, mal unterbelichtet oder Kontraste
verändert usw. Bist du in dem Bereich auch tätig?

Valeska: Nicht wirklich, aber ich sehe mich einfach als Künstler im Allgemeinen, da ich z.B.auch male, da kommt es dazu, dass man ein Auge für bestimmte Dinge hat..

Eniz: Und um die Frage weiter auszuwälzen – für was, außer Musik, interessiert du dich noch?

Valeska: Oh, ich bin entsprechend recht kunstinteressiert, queerbeet durch alle Sparten und Epochen,
bin aber besonders an Kurzfilmen, am filmischen Ausdruck generell und entsprechend auch an
Installationen und PerformanceKunst interessiert. Lyrik und Malerei betreibe ich ja selbst im gewissen Grad..

Auch die Schauspielerei hat mich wieder, aber auch das ist noch nicht spruchreif, aber wie du siehst, von allem etwas, Hauptsache, es rockt, sprich also, es muss nahegehen!

Eniz: Auf der Trilogie sind unüberhörbare Einflüsse der späten 70er und frühen 80er Jahre von
Bands wie Joy Division, Bauhaus zu hören. Liege ich da richtig, dass diese Art von Musik dich
inspiriert hat?

Valeska: Na, in dieser Zeit bin ich groß geworden und ich durfte einen sehr guten Musikgeschmack
meiner Eltern geniessen, allerdings habe ich vieles von dem nicht bewusst gehört und leider
nicht mal hier, aber es gefällt natürlich, wenn solche Assoziationen aufkommen.

Eniz: Hast du mittlerweile eigentlich jetzt konkrete Termine, was Live-Auftritte angeht?

Valeska: Da kann ich mich leider immer noch nicht festlegen, das hängt vom Label ab, aber da es so viele
Anfragen gibt, überlege ich, einen Auftritt solo, also ohne Band zu machen, als kleinen
Vorgeschmack..

Eniz: Berlin – der Mythos der schwarzen Szene und das Mekka derjenigen, die dort einen
Fuß in Sachen Musik fassen wollen – von Außenstehenden weitläufig so betrachtet. Was sagt
jemand dazu, der direkt dort wohnt und alles hautnah miterlebt bzw. sogar dort Musik macht?

Valeska: Ich bin weniger Szenegänger oder ähnliches, das war noch nie mein Ding. Natürlich gehe ich
auch aus und es ist wunderbar, solch eine Auswahl zu haben (grad erst auf einem Hanin Elias
Konzert gewesen.. Dat rockte!!), aber man sieht mich eher selten im Nachtleben und noch
seltener in puren Szeneclubs. Allerdings haben sich einige sehr interessante und hilfreiche
Kontakte ergeben, seit ich wieder hier wohne…

Eniz: Ich bedanke mich herzlichst für dieses aufschlussreiche Interview und wünsche dir
ganz viel Erfolg und Glück mit der CD. Seid wann ist sie draußen und wo kann man sie
beziehen?

Valeska: Ich bin in Verhandlungen mit mehreren etablierten Labels, es kann also nicht mehr lange
dauern und dann mit Sicherheit bei „Eurem Plattenhändler Eures Vertrauens“ und über
meine Homepage.. Ich danke Dir!

Autor: Eniz

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