The Cure ist ja bekanntlich eine Combo, die es wirklich geschafft hat Gezeiten, zu überdauern und ihre zahlreichen Fans immer wieder aufs Neue mit großartiger Musik zu überraschen. Robert Smith und Co zählen längst schon zu den ganz Großen und das nicht nur in den düsteren Kulturkreisen… Das sich da über die Jahre eine ganze Reihe an Cover – und Tributebands zusammentun, um dem „großen Meister“ und seinen Kumpanen zu huldigen ist nicht weiter verwunderlich. Sicherlich gibt es gerade auf diesem Sektor eine Menge überflüssiger Produktionen, aber die unlängst veröffentlichte „Our Voices – The Cure Tribute“ – CD (siehe auch unsere Review unter „Rezensionen“) vermochte selbst mich – als militanten Coverband-Hasser zu überzeugen, ja sogar zu begeistern. Anlässlich dieses Phänomens machte ich mich ein wenig schlau in Sachen „Cure Coverbands“ und stieß auch gleich auf eine, wirklich grandios gute Truppe aus Italien. Die fünf Herren nennen sich „Easycure“ und machen ihre Sache alles in allem wirklich autenthisch und klanglich absolut überzeugend (um es mal vorsichtig auszudrücken). Diese Tatsache war für mich Grund genung, um Frontman Luca um ein kurzes E-Mail Interview zu bitten und er willigte sofort erfreut ein, sich gemeinsam mit seinem Bandkollegen Francesco meinen Fragen zu stellen, um mir – neben der Enstehungsgeschichte und einigen anderen interessanten Facts – auch etwas zur italienischen Gothic-Szene zu verraten. Weiterlesen ist also dringend emfohlen!

Shirin: Zuerst einmal wäre es nett, wenn Ihr Euch vielleicht einmal kurz vorstellen würdet und unseren Lesern kurz mitteilt, welchen Part Ihr jeweils in der Band einnehmt!

Luca: Ja sicher! Also „Easycure“ sind:

Luca Licandro: Vocals und Gitarre, Francesco Riccioli: Bass und Samples, Nicola Bella: Gitarre und Keyboard,
Lorenzo Gambacorta: Schlagzeug

Shirin: Wie habt Ihr Euch denn kennengelernt? Und wie ist die Idee entstanden, eine Cure-Coverband zu gründen?

Luca: Also, die Idee zur Band entstand 1996 und eigentlich war es anfangs mehr ein Joke, als alles andere. Francesco und ich waren damals schon riesige Cure-Fans und da es in unserer Nähe noch niemanden gab, der The Cure-Stücke spielte, wurde aus Spaß schnell Ernst und „Easycure“ begannen über die Bühnen zu fegen…

Shirin: Ihr tourt ja recht intensiv durch ganz Italien und mir ist zu Ohren gekommen, dass Ihr ein exclusives „Trilogy-Concert“ (welches eine Masse an Tracks von den Alben „17“, „Faith“ and „Pornography“ beinhalten wird) plant, welches am zehnten April diesen Jahres in Mailand stattfinden wird. Ich fande diese Idee wirklich interessant und würde gerne wissen, wie die Sache zustande gekommen ist und wer dieses Event organisiert hat.

Luca: Als das originale „Trilogy-Concert“ im Jahre 2002 veröffentlicht wurde, da wünschten sich viele Fans eine andere Zusammenstellung der drei Alben. Ich war auch der Ansicht, dass die Kombination von „Pornography“, „Disintegration“ und „Bloodflowers“ nicht unbedingt die dunkelste Seite von The Cure repräsentieren würde und aus diesem Grunde entschieden wir uns dafür, ein „Trilogy-Concert“ mit einer anderen Zusammenstellung zu inszenieren und unsere Wahl fiel auf „17“, „Faith“ und „Pornography“ – auch weil diese drei LPs recht schwer zu spielen sind. Wir haben dieses Konzert selbst organisiert und es als Event aufgezogen. Es wird also eine ganz spezielle Nacht mit einer ganz speziellen Atmosphäre werden. A strange day!

Shirin: Ihr seid ja mittlerweile sehr erfolgreich in Eurer Heimat. Mich würde mal interessieren, ob es in Italien eine ausgewachsene Gothic-Szene (oder eine große Cure-Fangemeinde) gibt. Könntest Du die italienische Gothic-Szene vielleicht kurz beschreiben? Gibt es Deiner Meinung nach irgendwelche Unterschiede oder Gemeinsamkeiten zur englischen, deutschen oder amerkanischen Szene?

Luca: Es gibt in Italien schon eine Underground-Szene – vor allem in der Nähe einiger Großstädte wie Rom oder Mailand, aber ich glaube, dass die Szene hier schon etwas anders ist, als Eure Szene in Deutschland z.B., weil wir hier keine wirkliche Entwicklung haben, was dunkle Musik angeht. Wir hören immernoch die guten,alten achtziger Jahre Sachen.

Shirin: Deine Stimme klingt wirklich fast genauso wie die von Robert Smith! Wann und wie bist Du denn zum ersten Mal mit dem Singen in Kontakt gekommen?

Luca: Danke, dass du das sagst! Glücklicherweise wurde ich mit diesem Geschenk geboren und ich habe nie geübt oder ähnliches gemacht, um so wie er zu klingen. Richtig angefangen zu singen, habe ich erst 1996, als es mit „Easycure“ los ging. Aber unter der Dusche hab´ ich sicherlich auch vorher schon öfter gesungen!

Shirin: Gibt es denn irgendwelche Planungen in Bezug auf Konzerte in Ländern wie England oder der USA?

Luca:Wir spielen ab und zu Konzerte in England oder der Schweiz, aber wir konnten leider bisher noch keine Gigs in den USA spielen, weil wir bisher noch keine wirklich guten Kontakte dorthin haben. Könnt ihr uns vielleicht helfen? (für nähere Informationen bei Interesse einfach eine Mail an – vorsmann@mindbreed.de – schicken! Anm.d.Verfassers)

Shirin: Gibt es in der Vergangenheit irgendwelche CD-Veröffentlichungen oder plant Ihr in Zukunft mal etwas zu veröffentlichen?

Luca: Wir arbeiten derzeit an einigen Tracks, welche nicht von The Cure stammen, aber eine CD haben wir bisher noch nicht veröffentlicht. Als „Easycure“ gibt es allerdings eine ganz Menge Live-CDs von uns…

Shirin: Was für Musik hört Ihr denn privat? (von The Cure mal abgesehen)

Luca: Interpol, Franz Ferdinant, Mogwai, Death in Vegas, New Order und einige „Evergreen-Bands“ aus den achtziger Jahren!

Francesco: Joy Division und viele Bands aus Seattle!

Shirin: Habt Ihr irgendwelche besonderen Wünsche für die Zukunft (bzgl. der Band)?

Luca: Für die Queen zu spielen! ;-)

Shirin: Und last but not least: Was ist Euer Lieblingssong von The Cure?

Luca: One Hundred Years und Lamet!

Francesco: Carnage Visitors, A strange Day, Plainsong!

Shirin: Das war´s auch schon! Vielen Dank für das Interview und ich wünsche Euch das Allerbeste für die Zukunft!

Autor: Shirin

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