Nachdem das zweite Album „Into the sun“ der Brüder R. und J. Bustamante, bekannt unter dem Namen „Fektion Fekler“ veröffentlicht ist, haben wir die Mögichkeit bekommen, mit Robert Bustamante ein kurzes Inerview zu führen. Er stand uns Rede und Antwort zum Thema „Album“, “ Vorbilder“ und vielem mehr.
Eva: Euer Bandname ist recht ungewöhnlich, wie seid Ihr darauf gekommen?
Robert: Einfach so. Zuerst verwendete ich den Namen „Infection 88“, 8 ist meine Lieblingszahl, aber ich habe ihn geändert, weil ich es irgendwie klischeehaft fand, Zahlen im Bandnamen zu haben. So habe ich mich für „Fektion Fekler“ entschieden. Einmal haben wir ernsthaft darüber nachgedacht, die Band „Rektum Rekler“ zu nennen. „Fektion Fekler“ ist einer dieser Namen, an die man sich beim ersten Mal nicht erinnert, aber beim zweiten Mal schon.
Eva: Wer sind Eure Vorbilder?
Robert: Gary Dassing von „Mentallo“ war ein großes Vorbild für mich. Ich habe seine Aufrichtigkeit immer bewundert. Meine Frau hatte großen Einfluss auf mich. Meine Schwester Karen hat dafür gesorgt, dass ich auf dem Boden der Tatsachen bleibe. Die Furcht vor Gott hält mich unter Kontrolle. Wenn es in dieser Frage um eine Person bzw. zwei Personen geht, dann würde ich sagen, meine größten Vorbilder waren meine Eltern. Sie haben mir viel Kraft gegeben. Sie haben meinen Hang zur Musik immer unterstützt.
Meine Mutter geht gerne zu Garagen-Verkäufen und sie kommt immer mit ein paar tollen Gerätschaften heim. Beide haben das 15 Jahre lang getan. Sie hat mir ein Schlagzeug-Übungsbrett mitgebracht und seitdem benutze ich es jeden Tag. Wenn Du über Vorbilder der Musik sprichst, dann würde ich sagen Bands wie Diatribe, Jude, Marvin Gaye, Toad the Wet Sprocket, James Tylor, Tear Garden, Numb, The The, Ministry, Alphaville, Matthew Sweet, Du weißt schon, all die üblichen Verdächtigen. Ich liebe gute Musik – Fuck genres!
Eva: Habt Ihr Erfahrung in anderen Bereichen der Musik?
Robert: Ich liebe alle Arten der Musik. Auf dem neuen Album spiele ich Keyboard, Akustik-Gitarre, Bass, Schlagzeug und mache den Gesang. Ich schreibe, was ich fühle, ohne auf irgendwelche Musikrichtungen Rücksicht zu nehmen. Meine Wurzeln sind in der elektronischen Musik. Aber das Letzte, was ich tun wollte, wäre, einen Song zu schreiben, der sich steril anhört. Ich liebe den Klang von Akustik-Instrumenten, aber seltsamerweise benutze ich elektronische Elemente, um Musik zu schreiben. Meine Musik ist ein Widerspruch in sich.
Eva: Euer letztes Album „Kling Klang Bedlam“ wurde 1998 veröffentlicht. Warum hat es sechs Jahre gedauert, bis „Into the sun“ kam?
Robert: Ein neues Album zu veröffentlichen hatte keine Priorität für mich. Dieses Album kam nur wegen einer Person, Shaun Hamilton. Wahrscheinlich unser größter Fan überhaupt. Er ist mit uns in Kontakt getreten und hat uns angefleht, ein neues Album zu veröffentlichen. Er hat uns eine e-mail nach der anderen geschickt.
Schlussendlich hab ich nachgegeben und zugestimmt. Alben veröffentlichen ist nicht wichtig für mich. Es macht mich zufrieden, in meinem Musikraum zu sitzen und zu meinem eigenen Vergnügen Songs zu schreiben. Wenn ich an einem Song schreibe, denk ich nicht darüber nach, dass irgendjemand außer meiner Familie und meinen Freunden es hören könnte. Ich habe das „Underground music scene“-Spiel gespielt bis ich zu dem Punkt kam, an dem ich einfach nur zurück zum Songwriting wollte, mit dem Willen mich selbst auzudrücken.
Seltsamerweise warteten die Leute auf ein weiteres Fekler-Album. Ich hätte das niemals gedacht. Ich habe wirklich gedacht, wir wären vergessen. Ich habe in letzter Zeit mit vielen Persönlichkeiten gesprochen und sie sind wirklich angetan von unseren neuen Songs. Das hätte ich mir nie träumen lassen.
Eva: Habt Ihr ein bestimmtest Thema in „Into the sun“ verarbeitet?
Robert: „Into the sun“ hat alles. Es ist auf jeden Fall über das menschliche Befinden. Ich habe mich der Musik zugewandt, so wie sich andere der Religion zuwenden. Es hält mich gesund. Ich schwöre, wenn ich keine Musik hätte, wäre ich mittlerweile im Gefängnis. Ich packe sehr viele Gefühle in meine Musik. Mich interessieren keine „Kategorien“ der Musik, auch nicht was oder was nicht in einer Szene akzeptiert wird. Ich schreibe Musik, was auch immer geschieht. Entweder Du magst es oder Du magst es nicht. Die Songs haben ihren Zweck für mich erfüllt.
Eva: Werdet Ihr eine Single aus dem Album „Into the sun“ veröffentlichen?
Robert: Ich sehe das nicht kommen. Ich denke, wenn wir es von Black Flames verlangen würden, dann würden sie das tun, aber es erscheint nicht notwendig. Das ist mehr eine Entscheidung des Label als etwas, nach dem ich fragen würde.
Eva: Plant Ihr auf Tour zu gehen?
Robert: Wir sprechen gerade darüber, im Januar und Februar eine kurze Tour hier in den Staaten zu machen. Eine Tour in Europa ist nicht in Planung. Die Ausgaben wären zu hoch. Aber das Geld, das uns hier angeboten wird, ist nicht schlecht. Auf jeden Fall ist es für uns genug, um es in Erwägung zu ziehen. Ich halte Euch auf dem Laufenden.












