Grateful Dead - The Best Of The Grateful DeadDie Grateful Dead, die sich 1965 gründeten, brachten vor kurzem ihr Best Of Album The Best Of The Grateful Dead heraus. Ich muss zugeben, dass ihre Musik für mich immer eine Bildungslücke darstellte, doch das hat sich in den letzten Tagen geändert.

Tonqualität: Die Songs sind zum großen Teil remastert klingen aber eher nach den Originalaufnahmen aus der damaligen Zeit. Der Sound klingt oft etwas dünn und verzerrt. Umgekehrt macht das aber auch den Sound der Zeit und dieser Doppel-CD aus und passt sehr gut dazu.

Artwork: Unser Exemplar kam im wunderschönen Digipack mit geprägtem Cover. Vorne ist ein tanzendes Skelett dargestellt und hinten die Tracklist. Dazu gibt es ein Booklet mit Bandfotos und einer kurzen Geschichte zu jedem Song. Dieses spannende Konzept gibt uns die Möglichkeit, hinter die Kulissen zu schauen und so die Songs noch besser zu verstehen.

Musik: 32 Titel auf 2 CDs und über 2,5 Stunden Musik stellen ein echtes Mammutwerk über das Schaffen der Band dar. Der erste Titel The Golden Road (To Unlimited Devotion) kommt fröhlich wie ein Surferrocksong daher. Dazu gibt es eine verzerrte Gitarre, die die Lautsprecher gerne mal zum scheppern bringt. Das Lied klingt fröhlich aber auch irgendwie nichtssagend. Die nächsten Songs wechseln zwischen Hippiesound, Country und immer wieder dem markanten Surferrock. Titel 11 Box Of Rain ist dann eine traurige Ballade, die sich mehrstimmig in die Herzen des Hörers singt. Es klingt sehr nach Weltschmerz und behält doch den Rocksound bei. Titel 14 Ripple ist dann durch und durch ein Countrysong. Die kommenden Tracks klingen dann eher wieder nach Musik der wilden 60er mit ihrem Sound der Hippies. Ein chilliger Klang mit einem sanften Schlagzeug im Hintergrund und spannenden Texten. Und dann kommt mit Titel 19 der Rausschmeißer, der einfach nur der Hammer ist. Mit einem groovigen Rhythmus schleicht sich Estimated Prophet ins Ohr. Und das in einem brillanten Stil, den ich sonst nur von Pink Floyd kenne. Im 7/4 Takt mit einem Reggae-Rhythmus wird auf psychedelische Weise eine Geschichte erzählt. Auch dieser Song ist ein einzigartiges Stück, das die Vielfältigkeit der Band Zeit. Alleine die erste CD ist eine spannende musikalische Reise und man weiß nicht so recht, ob jetzt eine Pause fällig ist oder man gierig gleich CD 2 einlegen soll. Wir entscheiden uns an dieser Stelle für die zweite Möglichkeit.

Die zweite CD beginnt mit Terrapin Station – einem 16 minütigen Stück im psychedelischen Stil. Obwohl Gesang und Instrumente sehr entspannt klingen, wird es zu keinem Augenblick langweilig. Shakedown Street beginnt mit einem treibenden Basssolo, was sehr an Another Brick In The Wall von Pink Floyd erinnert. Übrigens passt das Lied einfach perfekt zum Sound der damaligen Discobewegung und gleicht fast dem Klang der Bee Gees. Titel 5 Feel Like A Stranger ist dann noch ein mal ein Track mit fettem Rhythmus im Hintergrund und dazu noch funky Gitarren. Auch die anderen Lieder der zweiten CD sind unabhängige Kunstwerke für sich. Anspielen sollte man dabei auch unbedingt Titel 9 Throwing Stones – hier hört man den Sound von  Grateful Dead plus dazu Elemente, die an Jimi Hendrix erinnern. Der Song klingt irgendwie nicht nur nach Rock, sondern einem frechen Sound mit starken Rhythmuselementen.

Fazit: Wow – The Best Of The Grateful Dead ist wirklich eine Werkschau der Extraklasse. Auf der Doppel-CD bekommt der Hörer wirklich die komplette Bandbreite des Rock aus mehreren Jahrzehnten geboten. Der Sound ist teilweise etwas verwaschen, passt aber dennoch gut in das Gesamtkonzept der CD und der Musik. Alle Fans von Rock und Stromgitarrenmusik sollten sich die Zeit nehmen, einmal einen Einblick in das Schaffen der Band zu gewinnen.

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