Grateful Dead haben in letzter Zeit ja einiges an CDs veröffentlicht. Nun kommt dazu eine DVD/BluRay mit dem legendären Fare Thee Well Konzert vom 5. Juli 2014 in Chicago. Ob dies wirklich ein Höhepunkt der 50-jährigen Bandgeschichte ist, werdet ihr nun hier erfahren.
Artwork: Die 2 BluRays kommen in einer simplen BluRay Hülle. Dazu gibt es im dünnen Booklet ein paar Hintergrundinfos zum Konzert, ein paar Konzertfotos und die Setlist.
Tonqualität: Hier gib es absolut nichts zu beanstanden sowohl Bild als auch Sound sind kristallklar.
Musik: Als erstes gab es für mich eine kleine Enttäuschung, denn die erste BluRay funktionierte leider nicht. Ich konnte leider keine Erklärung dafür finden und um so verwunderlich ist es, dass die zweite Disc ohne Probleme läuft.
Nach einem etwas langatmigen Intro inklusive Feuerwerk geht es lässig, entspannt mit „Truckin’“ los. Der langsame Bluesrocksong besticht gerade live durch durch sein ausgefeiltes und gleichzeitig schon fast nerviges Gitarrensolo. Man sieht der Band auch nach 50 Jahren noch die absolute Spielfreude an. Die Zeit hat zwar ihre Spuren in den Gesichtern der Bandmitglieder hinterlassen, doch die Finger an den Instrumenten wirken noch jung und agil. Der Bühnenaufbau ist gigantisch mit mehreren Lagen Scheinwerfern und rechts und links zwei riesigen Videowänden. Spannend ist es auch, während der Songs die Aufnahmen vom Publikum zu sehen. Hier sind alle Generationen vertreten und die Gäste scheinen sich beinahe mit doppelter Geschwindigkeit zum Takt der Musik zu bewegen. „Cassidy“ ist eine nur minimal schnellere Nummer, bei dem nach einleitendem Gesang wieder die verspielten Gitarren im Vordergrund stehen. Auch dieses ist wie das vorherige Lied ein 14 Minuten Mammutwerk, das aber durch die Komplexität alles andere als langweilig wird. Dazu tragen auch die ausgefeilten Schlagzeug- und Percussionrhythmen bei. Das darauf folgende „Althea“ geht dann sehr in die Richtung Funk. Auch hier stehen Lässigkeit und Spielfreude absolut im Vordergrund. Der Titel „Drums“ ist mein absoluter Anspieltipp. Wie der Titel schon sagt, geht es um Trommeln und alle anderen Formen von Percussions. In psychedelischen und sphärischen Klängen trommeln sich Schlagzeuger und Percussionkünstler in Trance, während die anderen Bandmitglieder scheinbar eine Pause einlegen. Dazu gibt es auf den Videoleinwänden Bilder, wie sie auch im LSD-Rausch berichtet werden. Das ganze kann vom Sound her durchaus mit Jean Michel Jarre mithalten. Ähnlich abgedreht geht es dann mit er kompletten Band und dem Titel „Space“ weiter. Bei „Unbroken Chain“ geht es dann wieder im Bluesrock-Stil weiter. Auch die restliche Aufnahme bewegt sich zwischen Bluesrock und Psychedelic Rock.
Fazit: Das Konzert ist wirklich spannend anzuschauen und vor allem anzuhören. Die Grateful Dead haben nichts an seiner Spielfreude verloren und auch nach fünfzig Jahren hört man diese unglaubliche Lässigkeit. Diese spannende Kombination aus ausgefeilten Spiel und der entspannten Haltung, die schon fast an Überheblichkeit grenzt, macht den Zauber und den Sound der Band aus. Immer wieder schafft es die Band, eine interessante Mischung aus Funk, Bluesrock und Psychedelic Rock zu einem Gesamtkunstwerk aus Licht und Ton zu vereinen.















