Billy Idol Kings & Queens coverBilly Idol will es noch einmal wissen und hat vor kurzem sein neues Album Kings & Queens Of the Underground herausgebracht. Ob er an die Erfolge von Rebell Yell anknüpfen kann und seine kompromisslose Punkattitüde behalten hat, könnt ihr hier lesen.

Artwork: Für unsere Rezension gab es nur eine MP3-Kopie des Albums. Daher kann ich nur Aussagen zum Cover machen. Das zeigt den Künstler deutlich gealtert an der Wand lehnend in die Luft starrend.

Tonqualität: Die MP3-Version klingt brauchbar auf unserer Referenzanlage, mehr kann ich leider dazu nicht sagen.

Musik: Mit viel Spannung habe ich das neue Album erwartet – denn wer hat nicht das Best Of Album von Billy Idol im Regal stehen oder zumindest Rebell Yell, White Wedding und Dancing With Myself auf einer Playlist. Doch oft hat jede Musik auch ihre Zeit und damit den maximalen Erfolg. Das Album beginnt mit Bitter Pill. Dieser Song klingt eher nach Wolfgang Petri und Discofox. Er versucht rockig zu sein, wirkt aber irgendwie erzwungen und hat leider nicht viel mit Punk zu tun. Discofoxmäßig und poppig geht es in Titel 3 Save Me Now weiter. Auch dieser Song plätschert fröhlich und gefällig mit 80er Jahre Synthierock vor sich hin. One Breath Away versucht sich mit einem groovigen Beat und beinahe Sprechgesang in die Herzen zu spielen. Dazu kommen rockigen Gitarren, die beinahe nach Jimmy Page (Led Zeppelin) klingen und fetten Keyboards, a là Deep Purple. Mit dem 5. Titel Postcads From The Past kommt endlich die Erlösung für die Hörer.

Nach all dem „ich arbeite mein Leben auf und versuche es mit Pop“ kracht es endlich. Spätestens hier kommt der Punkt, an dem die Anlage auf eine nachbar-unfreundliche Lautstärke aufgedreht werden muss. Hier treffen ein schneller Beat, fette E-Gitarren und eine dickes „Come On“ mit der frechen Einstellung des frühen Billy Idol aufeinander. Das Song klingt wird sehr nach Rebell Yell und das ist verdammt gut so – Billy kann noch rocken! Mit dem Titel Kings & Queen Of The Underground versucht sich der Künstler von einer Akustikballade, die auch von Bon Jovi sein könnte. Der Text entpuppt sich beim näheren Hinhören als sehr biographisch. Billy Idol erzählt chronologisch die Geschichte seiner Karriere. Danach folgt Eyes Wide Shut, auch eine Ballade, die aber etwas rockiger und spannender ist. Der Song klingt nach sauberen 80er Stadionrock und lädt dazu ein, mit dem Kopf zu wippen oder eng um Umschlungen ein paar Runden auf der Tanzfläche zu drehen. Bei dem letzten Song Whiskey and Pills wirft Billy endlich dann endgültig alle Ketten von sich, die so sehr nach Pop klingen. Mit einem fast nach Westernsound klingenden Rocksong besingt er fröhlich die Kombination aus Drogen und Alkohol.

 

Fazit: Mit Kings & Queens Of The Underground bringt Billy Idol ein paar fette Songs auf den Markt, die durchaus mit den früheren Erfolgen mithalten können. Als Hörer wurde ich erst nach dem vierten Song glücklich, aber dann lohnt sich auch das Zuhören und Genießen. Zum Sound und Artwork kann ich keine Aussage machen. Wer also von Billy Idol nicht genug bekommen kann und Neues hören will, für den ist das Album zu empfehlen. Wer 11 Kracher wie auf einem Best Of Album erwartet sollte erst einmal hineinhören und sich dann entscheiden.

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