Frauen, die Metal-Musik machen? Ja klar, das kennen wir spätestens seit dem Auftauchen der blonden Rockröhre Doro Pesch in den 80er Jahren alle nur zu gut.
Aber wenn es sich bei der Künstlerin um eine zierliche Frau aus dem fernen Japan handelt, dann macht das doch wieder sehr neugierig auf den Inhalt der CD.
Saeko, die 2003 ihre Heimat Japan verließ, um ins germanische Hamburg umzusiedeln, veröffentlicht mit
„Life“ nun schon ihr zweites Album. Wieder schrieb die Künstlerin alle Texte, spielte selber Piano und komponierte diesmal sogar die komplette Musik ganz alleine.
Das neue Album verbindet westliche Metal- und Rockmusik auf einzigartige Weise mit traditionellen asiatischen
Elementen. Diese verleihen dem Ganzen einen zarten exotischen Touch, der jedoch in keiner Form zu aufdringlich klingt.
Treibende Metal-Klänge, Gitarrenwände und Drums, die sich von der Qualität ganz bestimmt nicht hinter Werken alter Metal-Heroen wie Helloween oder anderen verstecken müssen, sind in englisch und auch japanisch gesungene Texte eingebettet. Gesanglich überzeugt die hübsche Japanerin hierbei mit einer äusserst kraftvollen Stimme, die man der zarten Person auf den ersten Blick wohl gar nicht zugetraut hätte.
Im Gegensatz zu nach vorne peitschenden Titeln, wie dem absoluten Sahnestück „Wings of broken dreams“, schlägt der fast balladenhafte Song „Wanna be free“ sehr ruhige, ernste Töne an. Diese Akzente machen das Album abwechslungsreich und zeigen, wie perfekt Saeko mit ihrer Stimme zu spielen vermag. So können sanfter Sprechgesang und powervoller „Metal-Style“-Gesang gleichermaßen überzeugen.
Ein beliebter Ohrwurmgarant ist ja das Covern von bekannten Klassikern, wie hier geschehen mit dem Frank Sinatra Hit „My Way“. Doch so richtig rocken will die japanische Version des Songs leider nicht. Aber vielleicht ist es bei Saekos Interpretation auch vielmehr der Gedanke, der wirklich zählt.
Saeko kam nur mit einem einzigen Koffer voller Ideen und ganz viel Hoffnung nach Deutschland, und hat es allen Widerständen zum Trotz geschafft, ihren grossen Traum, anspruchsvolle, melodische Metal-Musik zu machen, zu verwirklichen. Sie ist IHREN WEG gegangen. Damit schliesst dieser Song äusserst passend ein wirklich gelungenes Werk ab.
Wichtig wäre noch zu erwähnen, dass die anderen auf dem Album vertretenen Musiker, einschliesslich zweier weiterer Damen aus Japan, enge Freunde Saekos sind. Denn dies kommt dem Album mehr als zugute. Die Freude und Leidenschaft, die die Musiker bei den Aufnahmen zu diesem Werk hatten, kann man beim Hören der CD auf der heimischen Musikanlage förmlich spüren. „Life“ ist flott und eingängig, versprüht positive Energie en masse, und macht einfach nur Spass zu hören.
Abgerundet wir das Album dann noch durch 2 Live-Videos als CD-Rom-Part, die sicherlich grosse Lust machen werden, Japans quirligen Import auch mal live auf der Bühne zu erleben.
Tracklist:
01) Leaving
02) Wings of broken dreams
03) Tears of life
04) Sa-Ku-Ra
05) The world of pain
06) Sky
07) The call in us
08) Wannabe free
09) Identity
10) Eternal destiny
11) My way
+ 2 live video tracks
VÖ: 07.04.2006
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