Punch n Judy Matrix Bochum 27.1.2012

Der Abend begann mit Punch’n’Judy. Die fünfköpfige Band aus dem Ruhrgebiet spielt einen Mix aus Folk-Musik und Rock mit Einflüssen aus diversen anderen Musikstilen. Mit ihrem nunmehr dritten Album, „Live“, waren die Musiker zuletzt als Support für Fiddlers Green zu sehen.

 

Passend zu ihren Songtexten waren die Jungs und ihre Akkordeon-Spielerin Ute in Piratenoutfits gekleidet, jedoch hatte man deutlich den Eindruck, dass sie eher dem feiernden, Rum-trinkenden Teil dieses Klientels, und weniger den Schrecken der sieben Weltmeere, zuzuordnen sind.

 

Mit einem fetten Grinsen über dem Gesicht hüpfte Frontsänger Sascha quer über die ganze Bühne, und nicht zuletzt dank der eingeschworenen kleinen Fangemeinde, die während dem Konzert und besonders bei Klassiker „Koboldkönig“ mitfeierten, konnten sie das Publikum mühelos auf die Hauptband einstimmen.

 

Setlist: Puppet // Witch // Grace // Sancho // Flibby // Cravin‘ // Pain // Koboldkönig // Doswidanje

 

 

Konzertfotos: Punch’n’Judy – Matrix Bochum – 27.01.2012

 

 

 

Coppelius Matrix Bochum 27.1.2012

Coppelius – der Name ist angelehnt an die gleichnamige Figur aus dem Werk „Der Sandmann“ von E.T.A. Hoffmann, einem Mann um den sich dunkle, geheimnisvolle Geschichten ranken – und der Name ist Programm.

Die Band ist bekannt für ihre düsteren Songinhalte die sich außergewöhnlich in Musik und Gestik der Künstler widerspiegeln, beispielsweise durch den betrunkenen Butler, der tatsächlich die Flasche Absinth zückt und über die Bühne torkelt, oder durch den Flugzeugabsturz des sabotierten Otto Lilienthal, der mit wilden Klarinettentönen dargestellt wird.

Die Songtexte sind zusammen mit dem Outfit der Band so vereinnahmend, dass das Publikum davon völlig in den Bann gezogen wird. Die Berliner Band, deren wahre Identitäten übrigens unbekannt sind, legt großen Wert auf die Erhaltung der Illusion des 19. Jahrhunderts. Auch bei diesem Konzert hatten die Musiker Freude daran, mit den Zuschauern das Erdachte zu spielen. Wie bei Zwischentiteln aus der Stummfilmzeit hielten der Bulter Bastille und auch Max Coppella beschriftete Tafeln mit Anweisungen für die Fans hoch, mit einfachen Botschaften wie „Applaus“ und „Ruhe bitte“, aber auch kurzen Textschnippseln zum Mitsingen.

 

Coppelius Matrix Bochum 27.1.2012

Festgehalten wurde das feiernde Publikum mit einer Camera obscura – „das Bild ist im Kasten“. Die Musiker liebten die Nähe zum Publikum und kletterten dafür auch gerne mal über den Bühnengraben. Zu „1916“ reichten sie eine brennende Kerze durch die ersten Reihen und schenkten später einem durstigen Fan eine kleine Bierdusche.

Zum vorletzten Song hatte dann auch Schlagzeuger Nobusama, der sich bisher sehr im Hintergrund gehalten hatte, seinen großen Auftritt, mit einem großartigen Solo über mehrere Minuten tobte er sich alleine auf der Bühne aus, beendet von einem einzelnen Triangelschlag des Butlers. Stilecht forderte das Publikum nach dem Konzert keine Zugabe sondern „Da Capo!“.

 

Der Abend war ein weiterer Erfolg für die Berliner Jungs, den sie in ihrer „Konzertologie“ vermerken können.

 

Setlist: Running Free // Der Advokat // Risiko // Morgenstimmung // Escapade II // Urinstinkt // Gumbagubanga // Lilienthal // Klein Zaches // 1916 // Diener 5er Herren // Rightful King // Operation // Intermezzo (Charlotte the Harlot) // To My Creator // Damen // Coppelius hilft // Ma Rue A Moi // Time-Zeit // Der Handschuh

 

 

Konzertfotos: Coppelius – Matrix Bochum – 27.01.2012

 

Bericht: Karla Deußer  

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Matthias Irrgang
Von Anfang an dabei, lag mein Hauptaugenmerk zunächst vor allem auf der technischen Realisation des Magazins. Inhaltlich habe ich mich über die Jahre vom Allrounder weg, hin zu den Bereichen Konzertfotografie und Newsredaktion entwickelt. Man trifft mich regelmäßig vor den Bühnen diverser Clubs in NRW, sowie auf meinen Pflichtfestivals (M'era Luna, Amphi Festival).