Wir schreiben das Jahr 2011, es ist der 3. November, doch für mich war es eine Zeitreise! Mehr als 20 Jahre ist es her, dass mein lieber Onkel mir Oxygene IV vorgespielt hat. Dies war mein erster Kontakt mit elektronischer Musik und ich war verliebt. Das alles geschah vor zwei Jahrzehnten hinter dem eisernen Vorhang!
Bereits Ende der 70er hatte Jean Michel seine ersten Nummer-Eins-Hits und brach einen Rekord nach dem anderem. Nur zu erwähnen sei sein legendäres Konzert in Paris vor mehr als zwei Millionen Menschen – unglaublich. Jetzt ging der Altmeister noch ein mal auf Tour mit und schien mit über 60 Jahren noch lange nicht müde.
Die Bühne war reich geschmückt mit analogen Holzsynthies und dem neuesten an Lasertechnik. Der Sound in der O2 Arena war wirklich legendär. Selten hab ich so einen perfekten Sound erlebt, der auch ohne Schallschutz erträglich war. Man merkte von der ersten Sekunde des Konzerts, dass der Mann Perfektionist ist. Er sprang über die Bühne drehte an Schaltern und es wirkte wie ein verrückter Wissenschaftler, der an einer Erfindung schraubte. Der Zweck – Das Publikum zu unterhalten und uns wie bei dem Song Oxygene auf unsere eigenen Zerbrechlichkeit hinzuweisen.
Ab und an sprach er zum Publikum, doch zum grossen Teil des Konzerts verzauberten seine Band und er mit fabelhaften elektronischen Klängen, die damals wie heute von einem fernen Stern zu stammen scheinen. Die Bühnenshow war unglaublich, am Anfang dachte ich, gut alle Instrumente stehen starr auf der Bühne und er steht hinter dem Synthesizer. Doch plötzlich ging der Vohang auf – Es wurde Licht. Auf das Backdrop wurden Synthesizer, die Erde oder auch zwischendurch ein Kamerabild von der Bühne projeziert. Dazu kamen unglaublich Laser in allen Farben des Regenbogens und ja sogar eine grosse und eine kleine Laserharfe. Es war faszinierend, wie das Genie selbst am Rand der Bühne auf einer Laserharfe mit 20 m Höhe spielte. Das Ganze war natürlich eine komplett inszeniert Show, ohne jedoch lächerlich auszusehen – Eine gelungene Mischung.
Zum Glück hatte ich die Möglichkeit die Show sowohl direkt vor der Bühne als auch von den Rängen zu sehen und muss sagen, dass es sich die Liebe zum Detail erst im Überblick über die ganze Bühne entfaltet hat.
Ich bin wirklich dankbar für diese tolle Erfahrung und dem Meister nach 20 Jahren so nah zu gewesen zu sein. Viel Spass mit den Bildern.
Jean Michel Jarre – Hamburg, 03.11.2011












