Auf den Tag genau sechs Jahre nach der Premiere, dem ersten Dark Area Festival anno 2001, war es am 2. Oktober diesen Jahres wieder soweit:
In den Nachthallen Kassel ging das Dark Area Festival in die zweite Runde, mit 6 Bands, 2 Clubs und jeder Menge mitreißender Shows.
Bereits um 19Uhr öffneten die Tore, so dass die rund 1000 Besucher, die von Nah und Fern angereist waren, die örtlichen Räumlichkeiten inspizieren konnten. In der großen Halle lief von Anfang an ein elektronisch angehauchtes Clubprogramm, welches von den DJs Mario, Scanner und TomX den Abend über gestaltet wurde.
Die kleine Halle, die namensgebende Dark Area, widmete sich musikalisch eher den düsteren Klängen – hier sollte später außerdem Der Fluch auftreten.
Den Anfang machten um Punkt 20.00Uhr die Belgier This Morn´ Omina, welche mit einem energiegeladenen Ritual-Trance die zu diesem Zeitpunkt bereits ansehnlich gefüllte MT-Halle begeisterten. Auch wenn den meisten vornehmlich das Stück „One Eyed Man“ ein Begriff sein dürfte, so ließen sich bereits die ein oder anderen von den treibenden Rhythmen zum Tanzen verleiten. Und während Eskil und Joakim von Covenant das Ganze noch aus sicherer Entfernung beobachteten, begutachtete Stefan Ackermann von Das Ich die Formation um Mika Goedrijk aus nächster Nähe.
Viel zu schnell ging dieser sehr gelunge Start in den Abend vorbei, und während das Publikum mit Schlagermusik aus der Dose gequält wurde, fingen die Umbauarbeiten für Band Nummer zwei an.
Genau die richtige Zeit um sich den Rest der Nachthallen einmal genauer zu betrachten:
Während im Musiktheater mit einer Polonaise eher gelassen auf die ungewöhnliche Lärmbelästigung reagiert wurde, sah es in der großen Halle derzeit eher mager aus. Aufgrund der elektronischen Livealternativen saßen hier zunächst nur vereinzelt Gäste, während die Tanzfläche verwaiste. Verständlich, denn wer vergnügt sich auch zu Musik von CD, wenn wenige Meter weiter das gleiche live gespielt wird.
Auch in der kleinen Halle, der Dark Area war zu diesem Zeitpunkt noch die große Ruhe vor dem Sturm, denn bis die erste und einzige Band an diesem Abend hier auftreten sollte, würde noch einige Zeit vergehen. So begnügte man sich hier mit thematisch angebrachter Musik und dem Konsum des ein oder anderen Glimmstengels, denn aufgrund des neu eingeführten hessischen Rauchverbots in öffentlichen Einrichtungen war nur hier und in einem weiteren abgetrennten Bereich das Rauchen erlaubt.
Auch die längste Umbauzeit geht einmal zu Ende, und anhand der Fanshirts und der vereinzelten „Fick mich!“-Rufe konnte man ahnen, was als nächstes auf einen zukommen würde.
Zu den Klängen des „Imperial March“ eines allseits bekannten Science-Fiction Epos´ und in einem wie immer recht eigenwilligen Outfit enterten Chris, Mike und Olli die Bühne. Nach dem Opener „c.o.a.“ des neuen Albums „Sieben“ ging es weiter mit „Sacrifice“, und diejenigen die bereits einmal in den Genuss einer Agonoize Show kamen, wussten, was nun folgen würde: Die Kunstblutfontaine schoss mehrfach durch die Menge, die einen fluchten, die nächsten kreischten und feierten angestachelt von Lärm und Kunstblut umso ausgelassener zu den Clubhits „Death, Murder, Kill“ und „BangBang Goodbye“. Weitere Teaser für den anstehenden Release durften natürlich nicht fehlen, und so wurden „Femme Fatale“, „KnickKnäck“ und „Paranoid 2007“ von der Menge ebenso wie die bekannten Tracks begeistert aufgenommen.
Langsam aber sicher näherte sich Agonoize dem Höhepunkt, sogar gleich im doppelten Sinne. Und so geschah es, dass sich während „Koprolalie“ die bereits rutschige Tanzfläche zusammen mit dem Publikum mit einer Kunstspermadusche veredelt wurde.
Aufgrund des strikten Zeitplans fehlte auch hier eine Zugabe, und somit ging es ohne Verzögerung in die Umbauphase.
Düster ging es in der Dark Area weiter, in der nun der einzige Liveact des Abends auftreten sollte. Gut gefüllt ging es fast pünktlich los, und der Vorhang lüftete sich zu Musik, welche an alte Horrorfilme erinnerte.
Die Band, betont lässig in schwarze Anzüge gekleidet und trotz der relativen Dunkelheit mit Sollenbrille im Gesicht legte gleich los, und eröffnete ihre gut einstündige Show mit dem Stück „Willkommen“, an das sich nahtlos „Hexen leben länger“ anschloss.
Für Fans der Musik entfaltete sich nun ein abwechslungsreiches Programm, welches vom Publikum gebührend honoriert wurde. Neben bekannten Stücken gipfelte der Auftritt letztendlich in einer Akkustikversion des Stücks „Hexen leben länger“.
Als vorletzte Band standen an diesem Abend Das Ich auf der Mainstage. Frisch zurückgekehrt von Gigs in Russland hatten Stefan Ackermann, Bruno Kramm und Stefan Siegl neben einigen Wortfetzen natürlich ein vollgepacktes Programm mitgebracht.
Während Bruno und Stefan Siegl im Hintergrund an der Keyboard-Ampel spielten, gab ein tiefrot geschminkter und fast kahlgeschorener Stefan Ackermann sein Bestes und eröffnete den Abend mit „Kain und Abel“. Ganz angekommen war das Publikum aber noch nicht, vielleicht lag es daran, dass hier kein Blut floss, zumindest merkte das auch Stefan und kommentierte es mit zynisch damit, dass die Stimmung in Nowosibirsk doch besser gewesen sei.
Nun sprang der Funken über, und die Menge ging voll und ganz zu Stücken des neuen Albums mit. Eine gewohnt bizarre und aufwendig gestaltete Show tat ihr übrigens, um die Stimmung immer weiter anzuheizen.
Mit den Hits „Destillat“ und „Gott ist tot“, die man sich bis zum Schluss aufsparte, endete dieser Auftritt, und die Bühne wurde für den Headliner geräumt.
Eine blau beleuchtete und völligst eingenebelte Bühne kündigte schon Minuten vorher den eigentlichen Star des Abends an: Kurz nach halb eins betraten Eskil, Joakim und Daniel Myer in Vertretung für Clas die Bühne. Mit „Monochrome“ startete man voll in das Programm, gefolgt vom ruhigeren aber nichtsdestotrotz mitreißendem „Bullet“. Von der ersten Minute an glich die gerammelt volle Große Halle einem feiernden Hexenkessel, welcher jeden Takt und jeden Song begeistert aufnahm.
Neben zwei neuen Stücken, die einen Vorgeschmack auf ein neues Werk lieferten, gab es ein ausgewogenes Programm aus Stücken des letzten Albums „Skyshaper“ und Klassikern der bisherigen Bandgeschichte. Nicht fehlen durfte selbstverständlich „20hz“, „Ritual Noise“ und „We stand alone“, welche vom Publikum ausgelassen mitgesungen wurden.
So verging die Zeit wie im Flug, Eskil entledigte sich seines Jacketts und poste in einer wirklich genialen Lightshow ein ums andere Mal.
Wer zu diesem Zeitpunkt noch nichts von Covenant gehört hatte, wurde spätestens jetzt von den unglaublichen Livequalitäten überzeugt, welche insbesondere in kleinen Clubs voll zur Geltung kommen.
Viel zu schnell kam der Zeitpunkt, an dem auch dieser Auftritt zu Ende gehen sollte, und so begaben wir uns nach Hause, in Gedanken an diesen unvergesslichen Abend.
Fazit:
Sechs Acts auf zwei Stages sowie eine große Clubhalle, ein Livebistro und angenehmes Ambiente – das ist es, was das Dark Area Festival ausmachte. Leider dauerte es so lange Zeit, bis das Event wiederholt wurde, denn so ein Indoor-Event in der nordhessischen Region ist schlicht und ergreifend notwendig!
Die Veranstalter gaben sich größte Mühe, einen reibungslosen Ablauf und den Besuchern einen schönen Abend zu ermöglichen – meiner Meinung nach ist das mehr als gelungen, und so hoffe ich nur, dass wir nicht wieder sechs Jahre auf das nächste Dark Area Festival warten müssen!



![[Update] Was ist los bei Ost+Front? Band „trennte“ sich kurzzeitig vom Sänger](https://www.mindbreed.de/v30/wp-content/uploads/2026/03/ostfront_herrmann-218x150.jpg)








